Herzlich Willkommen im Fachbereich Neurologie!

Die Neurologie befasst sich mit Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der Muskulatur. Im NeuroCentrum begleiten wir Menschen mit neurologischen Beschwerden in allen Lebensphasen – von der sorgfältigen Diagnostik bis zur individuell abgestimmten Therapie. Unser Ziel ist es, Ursachen klar zu erkennen, Symptome zu lindern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Dabei nehmen wir uns Zeit für eine ganzheitliche Betrachtung und unterstützen Schritt für Schritt dort, wo neurologische Einschränkungen den Alltag beeinflussen. Gemeinsam entwickeln wir Wege, um vorhandene Ressourcen zu stärken und Selbstständigkeit bestmöglich zu erhalten.

Therapie- und Behandlungsangebote

Schnell im Überblick

Krankheitsbilder

Demenz

Demenz (lat.: mens = Verstand, de- = abnehmend) bezeichnet den Abbau der geistigen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten eines Menschen. Am auffälligsten ist zunächst meist das Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses, aber auch Verhaltens- oder Persönlichkeitsveränderungen sind typisch. Man unterscheidet verschiedene Formen von Demenz, die häufigsten sind die Alzheimerkrankheit und vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz, die Folge chronischer Durchblutungsstörungen des Gehirns oder Folgezustände mehrere Schlaganfälle sein kann.

Im NeuroCentrum betreuen wir eine wachsende Zahl von Demenzpatienten in allen Erkrankungsstadien und haben ein umfangreiches Diagnostik- und Therapieangebot:

  • Erstdiagnose und Abgrenzung zu anderen Störungen von Gedächtnis und Verhalten mittels klinischer Untersuchung durch spezialisierte Ärzte
  • Neuropsychologische Testung mittels anerkannter, standardisierter Testverfahren durch speziell geschulte Fachangestellte
  • Bildgebende Verfahren wie Computer- und Kernspintomografie in enger Kooperation mit dem unmittelbar benachbarten Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin
  • Ambulante medikamentöse Ersteinstellung und Umstellungen, Verordnung erforderlicher Heilmittel (wie z.B. Hirnleistungstraining, Ergotherapie oder Logopädie)
  • Infusionstherapie mit neuen Alzheimermedikamenten wie Lecanemab und Donanemab
  • Heimbetreuung und Abstimmung mit Pflegeinsitutionen
  • Beratung der Angehörigen in sozialmedizinischen Fragen, z.B. Vorsorgevollmacht, Einrichtung gesetzlicher Betreuung
  • Angehörigenfortbildung (Pflegeberatung, Psychoedukation) in unserer Patientenakadamie
  • Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen, stationär oder ambulant bzw. tagesklinisch

Epilepsie

Epilepsien sind Krankheiten des Gehirns, die auf einer plötzlichen Übererregung, bzw. einer verstärkten, sich ungehemmt ausbreitenden elektrischen Aktivität des Gehirns beruhen. Nach außen hin sichtbar kommt es z.B. zu einem plötzlichen Bewusstseinsverlust mit starken Muskelzuckungen und -verkrampfungen (sog. Krampfanfall), aber auch kurze "Geistesabwesenheit", Schwindelzustände, oder Zuckungen einer Extremität bei erhaltenem Bewusstsein können Ausdruck einer Epilepsie sein. 

Epilepsien werden meist mit dem Kindesalter in Verbindung gebracht, sie können aber auch im Erwachsenenalter neu auftreten, insbesondere im höheren Lebensalter. Ursachen von Epilepsien können Fehl- oder Missbildungen oder frühkindliche Hirnschädigungen sein, sie können aber auch als Folge von Verletzungen (Schädel-Hirn-Trauma), Durchblutungsstörungen, Schlaganfällen, Tumoren oder Entzündungen auftreten. Zur Behandlung stehen heute eine Vielzahl an Medikamenten (Antiepileptika) zur Verfügung und ca. 2/3 der Patienten werden unter der Einnahme eines Medikamentes anfallsfrei.

Für Menschen mit Epilepsie können wir im NeuroCentrum ein umfangreiches Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten anbieten:

  • Erstdiagnose und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen mit plötzlichem Bewusstseinsverlust
  • Durchführung der Elektroenzephalografie (EEG) mit verschiedenen Provokationsmethoden (Hyperventilation, Flickerlicht)
  • Bildgebende Diagnostik, insbes. Kernspintomografie des Schädels in Kooperation mit dem unmittelbar benachbarten Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin
  • Medikamentöse Ein- und Umstellung einschließlich erforderlicher Laborkontrollen
  • Beratung in sozialmedizinischen Fragen, z.B. der KfZ-Fahreignung, Schwangerschaft oder Berufsausübung
  • Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen, stationär oder ambulant bzw. tagesklinisch
  • Kooperation mit der Klinik für Epileptologie des Universitätsklinikums in Bonn

Kopfschmerz

Kopfschmerzen (einschließlich der Gesichtsschmerzen) gehören zu den Beschwerden, die am häufigsten zu einer neurologischen Untersuchung führen. Meist sind sie harmlos, selten lebensgefährlich, immer aber unangenehm oder sogar stark beeinträchtigend. Über 200 verschiedene Kopfschmerzarten werden unterschieden, und in vielen Fällen reicht eine einfache Kopfschmerztablette nicht aus. Entscheidend für eine optimale Therapie ist daher die möglichst genaue Klassifizierung der Kopfschmerzen. Die sog. primären Kopfschmerzen wie z.B. Migräne, Spannungskopfschmerzen oder Clusterkopfschmerzen sind am häufigsten und sind eigenständige Krankheitsbilder. Sekundäre Kopfschmerzen sind hingegen Ausdruck einer anderen Grunderkrankung wie z.B. Gefäßerkrankungen, Entzündungen.

Wir untersuchen und behandeln im NeuroCentrum eine große Anzahl von Kopfschmerzpatienten mit unterschiedlichsten Arten von Kopf- und Gesichtsschmerzen mit einem sehr umfangreichen Spektrum an Untersuchungs- und Therapieangeboten:

  • Ausführliche Schmerzanamnese, u.a. mittels Führen eines Kopfschmerzkalenders
  • Unterschungen zum Ausschluss entzündlicher oder vaskulärer Erkrankungen (Dopplersonografie, EEG), ggf. Lumbalpunktion
  • Bildgebende Diagnostik, v.a. Kernspintomografie des Kopfes in enger Kooperation mit dem unmittelbar benachbarten Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin
  • Einstellung und Überwachung medikamentöser Kombinationstherapien
  • Infusionstherapie in Akutfällen
  • Akupunktur durch zertifizierte Akupunkteure
  • Entspannungsverfahren in Form von Kursen, z.B. Progressive Muskelrelaxation n. Jacobson, Biofeedbacktherapie, Stressbewältigungsseminare
  • Das NeuroCentrum ist Satellitenzentrum des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums der Uniklinik Essen

Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische autoimmun-entzündliche Erkankung des Gehirns und des Rückenmarks, die meist vor dem 30. Lebensjahr beginnt. Häufige Erstsymptome sind Gefühlsstörungen in Armen und Beinen, Sehstörungen oder Geh- und Gleichgewichtsstörungen. Die MS gehört zusammen mit der Epilepsie zu den häufigsten Erkrankungen des frühen Erwachsenenalters. Die MS kann heute mit hoher Sicherheit auch schon früh diagnostiziert und zudem mit hochwirksamen Therapieverfahren effektiv behandelt werden.

Wir betreuen derzeit im NeuroCentrum ca. 300 MS-Patienten mit einem umfangreichen Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten:

  • Erstdiagnose und Abgrenzung zu anderen entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems, einschließlich ambulanter Durchführung von Lumbalpunktionen
  • Bildgebende Diagnostik, v.a. Kernspintomografie von Schädel und Wirbelsäule in enger Kooperation mit dem unmittelbar benachbarten Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin
  • Ausführliche Beratung bezüglich der in Betracht kommenden Therapieformen durch Ärzte und/oder speziell geschulte Mitarbeiterinnen (zertifizierte "MS-nurses")
  • Ambulante Durchführung von hochdosierten Kortison-Infusionsbehandlungen bei akuten Schüben
  • Ambulante Durchführung von Natalizumab-Infusionen (Tysabri®) bei Patienten mit hochaktiver MS
  • Enge Kooperation mit den umliegenden Neurologischen Kliniken in Neuss, Mönchengladbach, Düsseldorf und Köln
  • Verordnung erforderlicher Heilmittel (wie Rehasport, Krankengymnastik, Ergotherapie oder Logopädie), Hilfsmittel
  • Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen, stationär oder ambulant bzw. tagesklinisch
  • Ärztliche Mitbetreuung der örtlichen Grevenbroicher Selbsthilfegruppe
  • Teilnahme an der Integrierten Versorgung Multiple Sklerose in Nordrhein

Neuromuskuläre Erkrankungen

Neuromuskuläre Erkrankungen betreffen die peripheren Nerven und/oder die Muskulatur. Sie führen zu Gefühlsstörungen, Lähmungen oder Muskelschwund in unterschiedlichem Ausmaß. Sie können angeboren sein oder durch verschiedene Ursachen im Laufe des Lebens erworben werden. Der Neurologe bestimmt die Leitfähigkeit der Körpernerven und leitet die Muskelströme ab.

Die apparative Diagnostik wie Elektroneurografie, Elektromyografie, evozierte Potentiale, Lumbalpunktion kann dabei zum Einsatz kommen. So kann die diagnostische Einordnung der Erkrankung eingegrenzt werden und ggfs. eine Therapie zum Einsatz kommen.

Neuropathien

Neuropathien sind Erkrankungen der peripheren Nerven. Eine häufige Störung ist eine sog. Polyneuropathie bei Diabetes mellitus (erhöhter Blutzuckerspiegel). Es kommt zu Missempfindungen der Füße und Hände - häufig verbunden mit einer Muskelschwäche. Der Neurologe bestimmt die Leitfähigkeit der Körpernerven und leitet die Muskelströme ab.

Die apparative Diagnostik wie Elektroneurografie, Elektromyografie, evozierte Potentiale, Lumbalpunktion, Labor etc. kann angewandt werden. Je nach ursächlicher Diagnose und Schweregrad erfolgt eine Therapie mit Medikamenten, Krankengymnastik und ggfs. Hochtontherapie, Akupunktur, Biofeedback, Neuro-Feedback.

Parkinson

Das Parkinson-Syndrom kommt bei 30-40 von 100.000 Personen vor und gehört damit zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern. Hinweise auf die Erkrankung sind meist zunächst ein Zittern (Tremor), Störungen der Koordination (z.B. Veränderungen des Schriftbildes), eine Bewegungsverlangsamung oder eine Gangstörung. Ein Parkinson-Syndrom kann unterschiedliche Ursachen haben und z.B. auch an Durchblutungsstörungen des Gehirns liegen. Zudem gibt es andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome aufweisen und anders behandelt werden müssen.

Im NeuroCentrum betreuen wir ca. 300 Parkinsonpatienten in allen Erkrankungsstadien und haben ein umfangreiches Diagnostik- und Therapieangebot:

  • Erstdiagnose und Abgrenzung zu anderen Bewegungsstörungen mittels klinischer Untersuchung durch spezialisierte Ärzte
  • Bildgebende Verfahren wie Computer- und Kernspintomografie sowie Dopamin-Transporter-Dichtemessung (DaTSCAN®) in enger Kooperation mit dem unmittelbar benachbarten Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin
  • Ambulante medikamentöse Ersteinstellung und Umstellungen
  • z.B. auch im Rahmen einer Medizinischen Videobeobachtung (MVB)
  • Vorauswahl und Nachbetreuung von Patienten mit Tiefer Hirnstimulation, incl. Kontrolle und Adjustierung der Programmierung des Stimulators
  • Vorauswahl und Betreuung von Patienten mit Pumpentherapien, z.B. enterale Duodopa-Pumpe oder Apomorphin-Pumpe
  • Regelmäßige Spezialsprechstunden in unserer Praxis gemeinsam mit Spezialisten aus dem Zentrum für Bewegungsstörungen und Neuromodulation der Uniklinik Düsseldorf im Rahmen eines bundesweit einmaligen Kooperationsprojektes (DKAK-Düsseldorfer klinisch-ambulantes Kooperationsprojekt) 
  • Verordnung erforderlicher Heilmittel (wie Rehasport, Krankengymnastik, Ergotherapie oder Logopädie), Hilfsmittel
  • Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen, stationär oder ambulant bzw. tagesklinisch
  • Ärztliche Mitbetreuung der örtlichen Grevenbroicher Selbsthilfegruppe sowie der Regionalgruppe Neuss (Leiter: Herr Egon Negele) der Deutschen Parkinson Vereinigung (dpV)

Radikulopathie

Radikulopathien betreffen die Nervenwurzeln, die nahe dem Rückenmark gelegenen Ursprünge der peripheren Nerven. Hier kann es zu Entzündungen kommen, meist liegen aber mechanische Reizungen oder Druckschädigungen durch Bandscheiben oder Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule vor. Typische Beschwerden sind Schmerzen, Missempfindungen, Gefühlsstörungen und/oder Muskellähmungen kommen. Der Neurologe misst mittels elektrischer Impulse die Leitfähigkeit der Nerven- und Nervenwurzeln (Elektroneurografie) und leitet die Muskelströme (Elektromyografie) ab. Ergänzend kommen je nach Lage des Falls weitere Methoden, wie die Messung evozierter Potentiale, eine Lumbalpunktion oder Laboruntersuchungen zur Anwendung.

Je nach ursächlicher Diagnose und Schweregrad erfolgt eine Therapie mit Medikamenten, Krankengymnastik und ggfs. Hochtontherapie, Akupunktur, Biofeedback, Neuro-Feedback, multimodaler Schmerztherapie und Entspannungstechniken.

Restless-Legs-Syndrom

Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS; Syndrom der unruhigen Beine) handelt es sich um eine Kombination aus Bewegungs- und Schlafstörung, bei der vor allem abends und nachts unangenehme oder schmerzhafte Missempfindungen in den Beinen auftreten, verbunden mit dem Zwang die Beine zu bewegen und herumzulaufen, worunter sich die Beschwerden bessern. Teilweise kommt es bei RLS-Patienten auch zu regelmäßigen Zuckungen der Beine im Schlaf, wodurch die Schlafqualität erheblich beeinträchtigt wird.

Die Erkrankung kommt zum Einen familiär gehäuft vor, kann aber auch im Rahmen anderer Erkrankungen (z.B. Eisenmangel, Neuropathien, Rückenmarkserkrankungen) auftreten. Die erforderlichen Untersuchungen (u.a. Elektroneurografie, Evozierte Potenziale, Labordiagnostik), insbesondere auch eine  Schlafdiagnostik, werden im NeuroCentrum angeboten. In einigen Fällen sind bildgebende Verfahren (MRT) oder eine Schlaflaboruntersuchung erforderlich, die vom NeuroCentrum in Kooperation mit radiologischen Zentren bzw. Kliniken mit Schlaflabor veranlasst werden.

Schlaganfall

Schlaganfälle sind Durchblutungsstörungen oder Blutungen des Gehirns. Die Folgen sind neurologische Funktionsstörungen wie z.B. Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Sprachprobleme und viele andere. Die häufigsten Ursachen sind Gefäßverschlüsse und Blutgerinselbildungen als Folge von Arteriosklerose („Gefäßverkalkungen“) oder Herzerkrankungen. Es gibt auch eine Vielzahl von selteneren Ursachen wie Gefäßentzündungen oder Einrisse in Blutgefäßen, die in jedem Alter vorkommen können.

Im NeuroCentrum erfolgen Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Gefäße im Hals und im Kopf (Dopplersonografie, Farbduplexsonografie). Weitere Untersuchungsverfahren sind das EEG und neurophysiologische Untersuchungen des Hirnstamms AEP. Die Therapie eines akuten Schlaganfalls sollte so wie früh wie möglich in einer Klinik erfolgen („Time is brain“). Das NeuroCentrum arbeitet hierzu mit dem Kreiskrankenhaus Grevenbroich zusammen, sowie mit den Schlaganfallstationen („Stroke units“) in Neuss, Düsseldorf, Mönchengladbach und Köln.

Nach Entlassung ist in der Regel eine medikamentöse Therapie zur Vermeidung erneuter Schlaganfälle erforderlich (Sekundärprävention) sowie rehabilitative Maßnahmen. Eine Präventionsbehandlung kann im NeuroCentrum über eine Medikamentenverordnung erfolgen sowie über Beratungen zu Risikofaktoren und sog. Life-Style-Faktoren. Weiterhin übernehmen die Ärzte im NeuroCentrum bei Bedarf die Koordination von Heilmittelverordnungen wir Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie sowie die Einleitung von Rehabilitationsbehandlungen. Das NeuroCentrum stellte Schlaganfallpatienten die Räumlichkeiten für eine Selbsthilfegruppe zur Verfügung.

Im NeuroCentrum können auch Untersuchungen zur Abklärung des Schlaganfallrisikos vorgenommen werden. Maßnahmen zur Primärprävention werden derzeit jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen.

Schwindel

Schwindel ist ein häufiges Symptom in der neurologischen Praxis. Man unterscheidet einen sog. peripheren Schwindel, z.B. bei Störungen im Innenohr, von einem zentralen Schwindel, z.B. bei Schlaganfällen und Durchblutungsstörungen des Gehirns. Besonders im Alter ist die Schwindelursache vielschichtig.

In der apparativen Diagnostik kann zum Einsatz kommen: EEG, Doppler, evozierte Potentiale. Je nach ursächlicher Diagnose und Schweregrad erfolgt eine Therapie mit Medikamenten, Krankengymnastik und ggfs. Hochtontherapie, Akupunktur, Biofeedback.

Diagnostik

Autonome Testung

Bei der autonomen Testung wird das sog. autonome (oder vegetative) Nervensystem untersucht, das alle unwillkürlichen Körpervorgänge, z.B. Darmtätigkeit, Blutdruck, Hautdurchblutung u.a. steuert. Sympathische Hautantwort -  ein Stromreiz auf der Hautoberfläche führt mit einer gewissen zeitlichen Latenz zu einer messbaren Änderung des Hautwiderstandes kann mit  Oberflächenelektroden am Arm oder am Bein abgeleitet werden. Herzfrequenzvariation - hierbei werden natürliche Schwankungen der Herzfrequenz (Puls) bei tiefer Ein- und Ausatmung gemessen. Diese Untersuchungen werden eher seltener eingesetzt, vor allem bei vermuteten Störungen des autonomen Nervensystems, z.B. bei Polyneuropathien.

EEG

Die Elektroenzephalografie (EEG, Hirnstromkurvenableitung)  ist eine Methode zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche. Hierfür werden mit einer Kappe oder Haube insgeamt 20 gleichmäßig verteilte Elektroden an der Kopfhaut befestigt. Die Messung dauert bis ca. 20 Minuten, ist völlig schmerzlos und erfolgt in entspanntem Zustand. Anhand der Charakteristik und der Verteilung von Änderungen des Aktivitätsmusters kann auf Störungen der Hirnaktivität geschlossen werden. Das EEG wird eingesetzt zum Nachweis von Epilepsien, aber auch in der Kopfschmerz- oder Demenzdiagnostik, zudem können anhand des EEGs verschiedene Schlaf- und Komastadien abgegrenzt werden. 

Elektroneuro- und myografie

Bei der Elektroneurographie (ENG) wird mittels elektrischer Stimulation bestimmter Nerven die Geschwindigkeit und Stärke der Impulsleitung untersucht. Die Stimulation und Ableitung erfolgen i.d.R. mittels Elektroden, die auf der Haut befestigt werden. Ist ein Nerv gequetscht oder geschädigt wird der von außen verabreichte elektrische Impuls verzögert, abgeschwächt oder gar nicht weitergeleitet. Die ENG kann Aufschluss über Lokalisation und Art der Schädigung geben. Die Methode ist essenziell bei der Untersuchung von Polyneuropathien, Engpasssyndromen (z.B. Karpaltunnelsyndrom), Nervenentzündungen, kann aber auch zur Untersuchung von Nervenwurzelschädigungen (z.B. durch Bandscheibenvorfälle) eingesetzt werden.

Die Elektromyographie (EMG) ist eine elektrische Messung der Muskelströme und -aktivitäten. Hierzu wird eine dünnel Nadel in den oder die interessierenden Muskeln eingestochen und die elektrischen Signale in Ruhe und Aktivierung aufgezeichnet. Die Untersuchung erfolgt meist in Verbindung mit einer Messung der ENG. Die EMG wird eingesetzt bei Nerv- und Muskelerkrankungen wie Polyneuropathie, Nervenwurzelschädigungen durch Bandscheibenvorfälle, Nerven- oder Muskelentzündungen oder Muskelschwunderkrankungen.

Evozierte Potenziale (EP)

Evozierte Potenziale (EP) sind ereignisbezogene Veränderungen elektrischer Hirnaktivität. Wird ein bestimmter Reiz (z.B. ein Lichtreiz) gesetzt, so verändert sich in einer bestimmten zeitlichen Abfolge die Hirnaktivität der Sehrinde. Da die Veränderungen nur gering sind, müssen viele gleichartige Reize gegeben werden. Je nach Art des Reizes wird an unterschiedlichen Stellen vom Kopf abgeleitet und man erhält Aussagen über die Funktion verschiedener Systeme:

  • Somatosensibel evozierte Potentiale (SSEP) - Stimulation durch leichte elektrische Reize an Arm, Unterschenkel oder Gesicht zur Testung der sensiblen (Empfindungen der Haut) Bahnen (periphere Nerven, Nervenwurzeln, Rückenmark, Hirnrinde)
  • Visuelle evozierte Potenziale (VEP) - Stimulation durch starke Lichtkontraste zur Testung der Sehbahn (Sehnerv, Sehrinde)
  • Akustisch evozierte Potenziale (AEP) - Stimulation durch Klicklaute zur Testung der Hörbahn (Hörnerv und Hirnstammkerne)

Die Ableitung der EPs ist hilfreich bei allen Fragestellungen, welche die genannten Systeme betreffen, besonders oft kommen sie als Zusatzuntersuchung bei Multipler Sklerose zum Einsatz.

Gefäßdiagnostik: Doppler, Duplex

Die Dopplersonosgraphie ermöglicht die Untersuchung des Blutflusses in Gefäßen. Im Bereich der Neurologischen Diagnostik können diese Ultraschalluntersuchungen die Blutströmung in den hirnversorgenden Schlagadern außerhalb (extrakranielle Dopplersonographie, ECD sowie farbkodierte Duplexsonographie) und innerhalb des Gehirns (transkranielle Dopplersonographie, TCD) registrieren. Neben der Strömungsrichtung und Störmungsgeschwindigkeit können Veränderungen in Form von Verwirbelungen und Beschleunigungen des Blutstromes durch Strömungshindernisse erfasst werden. Diese Hindernisse entstehen durch Auflagerungen im Bereich der Gefäßwand (sog. Plaques) und können zu Verengungen des Gefäßlumens (sog. Stenosen) führen. Durch die Dopplersonographie kann das Ausmaß der Stenosierung abgeschätzt werden. Durch die farbkodierte Duplexsonographie im Bereich der Halsschlagadern werden zusätzlich zur Flussmessung auch Ultraschallbilder erzeugt, welche die Struktur der Gefäßwand zeigen und z.B. weitere Aufschlüsse über die Art und Ausmaß einer Wandveränderung oder Gefäßeinengung geben.

Diese Verfahren werden vorrangig bei Patienten mit Gefäßerkrankungen, bei Verdacht auf Schlaganfall, aber auch Gefäßwandentzündungen sowie in der Kopfschmerzdiagnostik eingesetzt.

Laboruntersuchungen

Im NeuroCentrum erfolgen regelmäßig Blutentnahmen für Laboruntersuchungen, die zur Abklärung oder genaueren Einordnung von neurologischen oder psychiatrischen Krankheiten erforderlich sind, oder zur Therapieüberwachung oder zur Bestimmung von Medikamentenspiegeln (z.B. bei Epilepsiemedikamenten) erforderlich sind.

Für die notwendigen Analysen werden die Proben in auswärtige Labors verschickt, so dass die Blutentnahme in der Regel am frühen Vormittag erfolgt.

Psychologische Testung

Wir führen im NeuroCentrum eine Vielzahl psychologischer Testverfahren durch gesondert geschulte Mitarbeiterinnen durch. Zur Anwendung kommen sowohl neuropsychologische sowie und psychometrische Testbatterien.

Die neuropsychologische Testung wird zur Untersuchung der Hirnleistungen durchgeführt. Besonders häufig kommen hier der Mini-Mental-Status-Test, der Uhren-Test nach Shulman, der Syndrom-Kurz-Test, der DEMTECT und das Montreal Cognitive Assessement (MoCA) zum Einsatz. Mit den genannte Verfahren werden vor allem Gedächtnis, Orientierung, Aufmerksamkeit und visuell-räumliches Denkvermögen getestet. Sie kommen meist bei Verdacht auf Gedächtnisstörungen oder Demenzen zum Einsatz.

Die angewandten psychometrischen Tests sind überwiegend Selbstbeurteilungsbögen, die eine bessere Einschätzung von Verhaltensmustern, Stimmung und Persönlichkeitseigenschaften des/der Getesteten ermöglichen. Sie werden vor allem zur Beurteilung psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen eingesetzt, geben aber auch Anhaltspunkte für Probleme in der Krankheitsverarbeitung und -bewältigung oder werden zur Diagnostik bei V.a. (ADS) Aufmerksamkeits-Defizit-Störungen herangezogen.

Therapie

Therapien im Bereich Neurologie und Psychiatrie erfolgen zumeist in Form von Medikamenten, Heilmittelverordnungen (wie Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie) oder Gesprächen (psychiatrisch, psychologisch). Weitere spezielle Therapie- / Überwachungsangebote werden im NeuroCentrum vorgehalten:

  • Baclofenpumpe
  • Botulinumtoxintherapie
  • Duodopa-Pumpe
  • Infusionstherapie
  • Tiefenhirnstimulation

Unser Team

Wegweisend. Menschlich. Stark. Für Ihre Gesundheit.

Dr. med. Bernd Wendtland

Facharzt für Nervenheilkunde, Arzt für Neurologie

Dr. med. Uwe Meier

Facharzt für Neurologie

Dr. med. Monika Köchling

Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Eckehard Drees

Facharzt für Nervenheilkunde

Dr. med. Kirn Kessler

Facharzt für Neurologie

Barbara Madejczyk

Fachärztin für Neurologie

Dr. med. Matthias Kraemer

Facharzt für Neurologie

Dr. med. Christina M. Franzen

Fachärztin für Neurologie

Haliunaa Jakob

Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Dr. med. Nele König

Fachärztin für Neurologie

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