Wann Sie mit einem Milchstau zum Arzt gehen sollten, hängt vor allem vom Verlauf ab. Bessern sich die Beschwerden nach 24 bis 48 Stunden nicht oder verschlechtern sie sich sogar, sollten Sie ärztlichen Rat einholen, denn dann können Bakterien beteiligt sein. Die meisten Milchstaus klingen aber schon mit den beschriebenen Maßnahmen von selbst ab.
Wenden Sie sich zügig an Ihre Hebamme, eine Stillberatung oder eine gynäkologische Praxis, wenn eines dieser Warnzeichen auftritt:
- Fieber, Schüttelfrost oder grippeähnliche Beschwerden: Steigt die Temperatur über 38,4 °C oder kommen Schüttelfrost und grippeähnliche Beschwerden hinzu, sprechen diese Anzeichen für eine Brustentzündung.
- Stark zunehmende Schmerzen oder eine wachsende Rötung: Die Entzündung breitet sich möglicherweise aus.
- Eine Verhärtung, die bleibt: Lässt sich ein Knoten über mehrere Tage nicht lösen oder kehrt er immer wieder an derselben Stelle zurück, gehört er ärztlich untersucht.
Auch dann gilt: Sie müssen in aller Regel nicht abstillen. Ein abruptes Abstillen erhöht sogar die Gefahr weiterer Staus. Bei einer bakteriellen Brustentzündung gibt es zudem Antibiotika, die Sie während des Stillens einnehmen können. Wenn Beschwerden in der Brust immer wieder auftreten oder Sie unsicher sind, ist das ein guter Grund, mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt zu sprechen.