Was ist eine Darmsenkung?

Symptome, Ursachen und Behandlungen bei Darmsenkung

Eine Darmsenkung, auch Rektumprolaps genannt, tritt auf, wenn der untere Teil des Dickdarms, das Rektum, aus dem Anus hervortritt. Dies kann zu Symptomen wie Schmerzen, Verstopfung und Inkontinenz führen. Eine Behandlung kann konservative Maßnahmen, wie Beckenbodentraining und Ernährungsumstellungen, oder in schwereren Fällen auch eine operative Korrektur umfassen.

Bei einem Verdacht auf Organsenkung sollten Betroffene schnellstmöglich einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Die St. Augustinus Gruppe bietet hierfür im Fachbereich der Gynäkologie individuelle Behandlungsmöglichkeiten für Frauen an, die unter Darmsenkung leiden und bespricht eng mit den Patientinnen als letzte Instanz die Möglichkeiten eines operativen Eingriffs.

Eine Frau leidet unter den Symptomen einer Darmsenkung.

Was sind die Symptome einer Darmsenkung?

Die Symptome einer Darmsenkung können rektale Gewebevorwölbungen, Schmerzen im Bereich des Afters, Probleme mit der Stuhlentleerung wie Verstopfung oder Inkontinenz, das Gefühl eines Fremdkörpers im Darm sowie ungewollten Gewichtsverlust umfassen. Es können auch Symptome von Harnwegsproblemen auftreten, da der Darmsenkung oft eine Blasensenkung oder einen Beckenbodenprolaps begleitet.

Durch eine starke Belastung der Beckenbodenmuskulatur wie etwa durch eine Geburt kann eine Organsenkung hervorgerufen werden, da das Bindegewebe darunter leidet. Dies kann bei Frauen sowohl zu einer Gebärmutter- als auch zu einer Blasensenkung oder Darmsenkung führen. Die Symptome einer Blasen- und Darmsenkung können je nach Schweregrad variieren und sich im Laufe der Zeit verschlimmern. Dabei können Begleitsymptome wie Harnwegsbeschwerden, Senkungsbeschwerden wie Druckgefühl in Unterbauch und Scheide sowie Probleme mit dem Beckenboden auftreten. Allerdings hat nicht jede Frau Symptome bei einer Darmsenkung. Diese können zusätzlich von Person zu Person variieren. Tritt der Verdacht einer Darmsenkung aufgrund von Blähungen oder anderen Symptomen auf, muss die Rektozele mit einer medizinischen Diagnose und Untersuchung festgestellt werden, um einen Vorfall der Organe zu verhindern. In diesem Zuge können andere mögliche Ursachen einer Senkung ausgeschlossen und die passende Behandlung oder ein notwendiger Eingriff je nach betroffenem Kompartiment durchgeführt werden.

Eine Ärztin recherchiert zu Symptomen, Ursachen und Behandlungen einer Darmsenkung.

Was sind die Ursachen für eine Darmsenkung?

Eine Darmsenkung kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur, Geburtstraumata, chronische Verstopfung, fortgeschrittenes Alter und wiederholtes Pressen beim Stuhlgang. Zusätzlich können Risikofaktoren wie Schwangerschaft, Adipositas und chronische Lungenerkrankungen das Risiko einer Darmsenkung erhöhen.

Die Beckenbodenmuskulatur spielt eine große Rolle für die Stabilität der Organe im Becken. Das Bindegewebe im Beckenboden stützt nicht nur den Darm, sondern auch die Gebärmutter und die Blase. Ohne eine starke Muskulatur kann es bei Frauen zu einer Organsenkung mit Senkungsbeschwerden kommen. Insbesondere durch eine Geburt ist der Beckenboden starken Belastungen ausgesetzt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelschwäche zu und das Gewebe im Beckenbereich verliert die Elastizität und Festigkeit, was vor allem nach den Wechseljahren der Frau ebenfalls das Risiko einer Darmsenkung und ihrer Symptome erhöht. Weitere Risikofaktoren wie Adipositas und chronische Lungenerkrankungen können bei Frauen zu den Ursachen einer Darmsenkung und einer Absenkung der Organe im vorderen und mittleren Kompartiment gehören. Starkes Übergewicht begünstigt einen Prolaps, da das Bindegewebe durch das überschüssige Gewicht stark belastet wird. Chronische Lungenerkrankungen haben Symptome von Husten, was ebenfalls eine Darmsenkung durch die körperliche Anstrengung beim Husten begünstigt. Auch genetische Faktoren und angeborene strukturelle Anomalien können in seltenen Fällen die Ursachen für eine Darmsenkung sein.

Sollte ein Verdacht auf eine Darmsenkung mit Beschwerden und Schmerzen bestehen, die sich möglicherweise in Problemen der Inkontinenz der Harnblase oder bei der Entleerung äußern, ist ein Besuch beim Arzt oder der Ärztin mit einer umfassenden Anamnese und körperlichen Untersuchung von Bedeutung, um die individuellen Ursachen für eine Darmsenkung zu ermitteln. Anschließend kann anhand konservativer Methoden wie dem Beckenbodentraining oder durch einen operativen Eingriff eine Verbesserung erzielt werden.

Was kann man gegen eine Darmsenkung tun?

Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Darmsenkung umfassen konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining, Ernährungsumstellungen zur Verbesserung der Stuhlkonsistenz und Gewichtsreduktion. In einigen Fällen kann eine operative Behandlung erforderlich sein, um den Darm anzuheben und den Beckenboden zu stärken.

Was man gegen eine Darmsenkung tun kann und wie sie behandelt wird, hängt zum Teil von den Ursachen ab. Es gibt verschiedene konservative Behandlungsmöglichkeiten wie das Beckenbodentraining zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur durch unterschiedliche Übungen, eine Gewichtreduktion sowie die Verwendung von Pessaren zur Unterstützung der Harnblase sowie im Allgemeinen zur Behandlung einer Organsenkung wie der Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung. Diese werden in der Scheidenöffnung eingesetzt, um eine weitere Absenkung zu verhindern. Ist eine konservative Behandlung nicht wirksam, kann in einigen Fällen eine Darmsenkung durch Operieren erforderlich sein, um diese zu korrigieren.

Eine ganzheitliche Therapie und ein multidisziplinärer Ansatz sind hierbei von Bedeutung, die die Zusammenarbeit der Fachbereiche Gynäkologie, Proktologie, Physiotherapie und Ernährungsberatung umfassen können. Auf die vielen Behandlungsmöglichkeiten sind die Fachärztinnen und Fachärzte im Kontinenz- und Beckenboden-Zentrum der St. Augustinus Gruppe bestens vorbereitet.

Vorbeugung und konservative Behandlungen

Zur gängigen vorbeugenden Behandlung einer Darmsenkung gehören Übungen eines regelmäßigen Beckenbodentrainings, das die Beckenbodenmuskulatur stärkt. Übungen des Beckenbodentrainings unterstützen auch die Bauch- und Rückenmuskulatur, die den Druck auf den Darm verringert und so einem Prolaps im hinteren Kompartiment vorbeugt. Zusätzlich kann eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung, einer ballaststoffreichen Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr die Darmgesundheit fördern und so Verstopfungen vermeiden, was wiederum das Risiko einer Darmsenkung und ihrer Beschwerden verringert. Die korrekte Haltung bei der Entleerung vermeidet eine unnötige Belastung des Beckenbodens und beugt so ebenfalls einer Organsenkung von Harnblase, Gebärmutter und Scheide vor. Schweres Heben und Überanstrengung können zu einem Vorfall mit Defäkationsstörung beitragen, sodass dies möglichst vermieden werden sollte. Was man bei einer Darmsenkung tun kann, um Beschwerden zu lindern und den Darm zu unterstützen, ist die Verwendung von Hilfsmitteln wie speziellen Sitzkissen oder Pessaren, die direkt in die Scheidenöffnung eingesetzt werden. Wie eine Darmsenkung außerdem behandelt wird, hängt von den jeweiligen Ursachen und den Behandlungswünschen der Patientinnen ab und ob eine weitere Absenkung wie beispielsweise die Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung vorliegt. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Arzt oder einer Ärztin ist daher wichtig, um eventuelle Veränderung oder Anzeichen einer Darmsenkung frühzeitig zu erkennen.

Operative Eingriffe

Wirken konservative Behandlungsmethoden wie das Training der Beckenbodenmuskulatur bei einer Blasen- und Darmsenkung nicht oder die Symptome verschlimmern sich gar, können unterschiedliche chirurgische Verfahren wie die Rektumresektion (Enddarmentfernung) eingesetzt werden. Meist wird die Option einer Operation erst dann gewählt, wenn die Beschwerden der Darmsenkung sehr stark sind und die Lebensqualität unter einer Defäkationsstörung, Problemen bei der Entleerung oder in weiteren Lebensbereichen leidet. Wie eine Darmsenkung behandelt wird, hängt von der Schwere des jeweiligen Vorfalls und den Wünschen der Patientin ab. Eine ausführliche Beratung und Aufklärung durch Arzt oder Ärztin soll die Patientin bei der Entscheidungsfindung unterstützen und ihre Fragen sowie Bedenken beantworten. Eine Darmsenkung-OP wird häufig durch die Scheide vorgenommen. Je nach Organsenkung wird die vordere oder hintere Scheidenwand gerafft und die Harnblase oder der Darm an ihre ursprüngliche Lage gebracht und die Harnröhre bei Bedarf gerichtet.

Nach dem Operieren einer Darmsenkung können Risiken und Komplikationen wie Infektionen, Blutungen oder Narbenbildung auftreten. Um diese Risiken und Komplikationen möglichst gering zu halten, ist eine gründliche Voruntersuchung und Diagnosestellung durch einen Facharzt oder eine Fachärztin von Bedeutung, um die individuelle geeignete Operationsmethode und Therapie bei einem Prolaps zu bestimmen. Was nach einer Operation der Darmsenkung zu tun ist, erfahren die Patientinnen bereits vor dem Eingriff. Die postoperativen Maßnahmen beinhalten die Sicherstellung der Stuhlregulation, damit es durch Pressen nicht zu einem Rückfall kommt. Zudem dürfen keine körperlich anstrengenden Tätigkeiten aufgenommen oder schwere Dinge gehoben oder getragen werden.

Kliniken der St. Augustinus Gruppe mit Schwerpunkt Gynäkologie

Wir beantworten Ihre Fragen rund um Darmsenkung

FAQ

Hat der Darm Einfluss auf die Blase?

Der Darm kann einen Einfluss auf die Blase haben. Eine Darmsenkung oder andere Erkrankungen des Darms können den Druck auf die Blase erhöhen und zu Blasenproblemen wie einer Blasensenkung oder Harninkontinenz führen. Zudem können sich Blaseninfektionen auch auf den Darm ausbreiten.

Wie gefährlich ist eine Rektozele?

Eine Rektozele, bei der der Darm in die hintere Vaginalwand hervortritt, ist in der Regel keine lebensbedrohliche Erkrankung, aber sie kann unangenehme Symptome verursachen. Die Schwere der Symptome und die Auswirkungen auf die Lebensqualität können jedoch von Person zu Person variieren. Bei anhaltenden Beschwerden ist es ratsam, einen ärztlichen Rat aufzusuchen, um eine geeignete Behandlung zu erhalten.

Hilft Beckenboden trainieren bei Darmsenkung?

Was man bei einer Darmsenkung tun kann und wie eine behandelt wird, hängt meist von der Schwere des Prolapses ab und ob Beschwerden wie eine Defäkationsstörung einhergehen. Konservative Maßnahmen können bei schwachem Beckenboden, der zur leichten Darmsenkung geführt hat, durchaus hilfreich sein. Dabei kann Beckenbodentraining helfen, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken und zu unterstützen. Diese Therapie wird nicht nur nicht nur bei einer Darmsenkung angewandt, sondern umfasst auch die Behandlung und Stärkung des vorderen und mittleren Kompartiments im Becken, wo häufig eine Scheidensenkung bzw. Gebärmuttersenkung auftreten kann. Durch regelmäßiges Training kann der Beckenboden gestrafft und stabilisiert werden, was die Symptome einer Darmsenkung sowie einer allgemeinen Organsenkung lindern kann. Ein gestärkter Beckenboden kann den Darm sowie die Harnblase besser stützen und das Risiko einer weiteren Absenkung verringern, sodass es nicht zu einem Vorfall und den einhergehenden Komplikationen wie etwa einer abgeknickten Harnröhre in der Blase kommen kann. Es ist wichtig, das Beckenbodentraining unter Anleitung einer geschulten Therapeutin bzw. eines Therapeuten durchzuführen, um die richtige Technik und Intensität zu gewährleisten.

Welcher Arzt ist bei Darmsenkung zuständig?

Besteht ein Verdacht eines Prolapses im hinteren Kompartiment des Beckens, der sich durch eine Defäkationsstörung äußern kann, können beispielsweise Gastroenterologinnen und Gastroenterologen konsultiert werden. Diese gehen bei einer möglichen Darmsenkung den Ursachen durch eine umfangreiche Anamnese und Untersuchung auf den Grund. Zudem sind Fachbereiche wie Gynäkologie, Physiotherapie und Ernährungsberatung weitere zuständige Anlaufstellen bei einer oder mehrerer Organsenkungen und bieten die passende Therapie, die von der Stärkung der Beckenbodenmuskulatur bis hin zur Operation reichen kann. Bei einer leichten Absenkung können an der Scheidenöffnung angebrachte Pessare eingesetzt werden. Kehren ernsthafte Darmprobleme wieder, ist es ratsam ärztlichen Rat einzuholen, um bei einem möglichen Vorfall eine angemessene Versorgung zu gewährleisten.

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