Mikrowellenablation: Tumore und Metastasen behandeln

Lokale Tumorablation mithilfe von Mikrowellen

Während es in der Vergangenheit keine Heilungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen gab, kann die moderne Medizin Tumore im Frühstadium häufig vollständig heilen und in fortgeschrittenen Stadien Schmerzen lindern und die Lebenszeit der Patientinnen und Patienten verlängern. Dabei können Tumore und Metastasen in allen Lebensphasen auftreten und verschiedene Organe, Knochen und Gefäße betreffen, die jeweils eine individuelle Behandlung erfordern. Je nach der vorliegenden Krebsart eignen sich die Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie sowie die lokale Tumortherapie, hier speziell die Mikrowellenablation (MWA). Bei der Mikrowellenablation werden Tumorzellen mithilfe von hoher Hitze durch Mikrowellen zerstört. Zusätzlich zur MWA gehören auch die Kryoablation oder die Radiofrequenzablation (RFA) zu den Verfahren der Ablationen.

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, welche Krebserkrankungen mit der MWA behandelt werden können, wie die Therapie verläuft und welche Erfahrungen mit Nebenwirkungen bei der Mikrowellenablation bereits gemacht wurden.

Was ist die Mikrowellenablation?

Die Mikrowellenablation beschreibt die minimal-invasive und schonende Behandlung lokaler Tumore und Metastasen mittels Hochfrequenz-Mikrowellen. Durch eine Sonde wird Hitze erzeugt, die das Tumorgewebe lokal zerstört. Die Mikrowellenablation (MWA) zählt wie die Radiofrequenzablation (RFA) zu den Thermoablationen, da Tumore mithilfe von Hitze behandelt werden.

Ablauf einer Mikrowellenablation

Bei der Mikrowellenablation (MWA), beispielsweise von Leber- oder Lungenmetastasen, wird mithilfe bildgebender Verfahren, also per CT-Scan oder Ultraschall, eine Sonde durch das Blutgefäßsystem bis zum Tumor geführt. Dort erzeugen schnelle Schwingungen der Sonde Hitze im betroffenen Gewebe. Bei bis zu 100 Grad Celsius wird der Tumor oder die Metastase lokal zerstört. Dieses Verfahren schont das umliegende Gewebe des Organs.

Die Mikrowellenablation dauert zwischen 15 und 60 Minuten und ist für die Patientinnen und Patienten schmerzfrei. Dank der lediglich lokalen Behandlung durch die Mikrowellen wird das Tumorgewebe, bspw. in der Lunge, bei der Mikrowellenablation durch elektromagnetische Schwingungen gezielt zerstört und das umliegende Gewebe während der Ablation erhalten. Um eine erfolgreiche Therapie zu gewährleisten, kontrollieren die Chirurginnen und Chirurgen den Verlauf mithilfe von bildgebenden Verfahren wie dem CT. Nach dem Eingriff bleiben die Patienten und Patienten in den meisten Fällen zur Beobachtung ein paar weitere Tage in der Klinik.

Welche Nebenwirkungen können bei der Mikrowellenablation auftreten?

Obwohl das Verfahren als minimalinvasiv und schonend gilt, sind bei einer Mikrowellenablation (MWA) mitunter Komplikationen und Nebenwirkungen möglich. Am häufigsten treten Fieber und Schmerzen bei den Patientinnen und Patienten auf. Darüber hinaus sind Nachblutungen, Infektionen und unter Umständen die Perforation umliegender Organe möglich.

Wird ein Eingriff vorgenommen, um mit der Mikrowellenablation Lungenmetastasen oder Tumore in der Lunge zu schädigen, so kann hierbei ein sogenannter Pneumothorax, d. h. ein Lungenkollaps, auftreten. Bei der Behandlung von Lebermetastasen und Lebertumoren wiederum kann es bei der Mikrowellenablation von Lebermetastasen der Erfahrung nach zu erhöhten Leberwerten und Nachblutungen kommen. Aus diesen Gründen bleiben die Patientinnen und Patientinnen nach dem Eingriff einige Tage zur Beobachtung im Krankenhaus. So können etwaige Nebenwirkungen und Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Wann wird die Mikrowellenablation eingesetzt?

Die Mikrowellenablation kann bei Tumoren der Lunge, Leber, Schilddrüse und Niere angewandt werden. Weitere Kriterien sind eine geringe Anzahl an Tumoren sowie die begrenzte Größe des Tumorgewebes.

Damit Tumore erfolgreich behandelt werden können, sollten nicht mehr als etwa fünf Tumore vorliegen. Zusätzlich sollten diese eine Größe von drei bis fünf Zentimeter nicht überschreiten. Ist das Tumorgewebe größer oder befinden sich mehrere Tumore und Metastasen in den Organen, steigt durch die Behandlung mit der Mikrowellenablation das Risiko für Nebenwirkungen in der Leber, Niere oder Lunge. In einigen Fällen kann die Therapie mit der MWA durch weitere Verfahren ergänzt werden, etwa der Transarteriellen Chemoembolisation oder einer Teilresektion der Leber. Darüber hinaus bietet sich die Mikrowellenablation an, wenn aufgrund der Lage der Tumore und Metastasen oder des Gesundheitszustandes des Patienten bzw. der Patientin die chirurgische Entfernung erschwert und Komplikationen begünstigt würden.

Klinik der St. Augustinus Gruppe mit Schwerpunkt Tumortherapie

Kompetente Beratung zur individuellen Behandlung ihrer Krebserkrankung

Ein Arzt berät seine Patientin zur Mikrowellenablation und weiteren Verfahren.

Jede Krebserkrankung ist unterschiedlich, wodurch jeweils eine individuelle Therapie notwendig ist. Deshalb erfolgt die Behandlung in Abstimmung zwischen den Patientinnen und Patienten, den Ärztinnen und Ärzten sowie den Spezialistinnen und Spezialisten. Die Mikrowellenablation (MWA) kann einzeln oder ergänzend zu weiteren Verfahren der Tumortherapie angewendet werden. Die Expertinnen und Experten des zertifizierten Tumorzentrums im Rhein-Kreis Neuss beherrschen diese Methoden zur Behandlung von Tumoren und Metastasen auf dem höchsten Niveau. Darüber hinaus setzen sie sich kontinuierlich für die Verbesserung der Therapieverfahren bei Krebserkrankungen ein, etwa durch ihre Erfahrung mit der Mikrowellenablation bei Lebermetastasen und Lebertumoren.

Damit Sie als Patientin oder Patient die optimale Versorgung erhalten, stimmen sich die Spezialistinnen der St. Augustinus Gruppe fachübergreifend ab und tauschen sich zu ihren Erfahrungen in der Krebstherapie aus. Im Anschluss an die Mikrowellenablation können Sie in der onkologischen Reha der Niederrhein Klinik die nötige Unterstützung zur Genesung erhalten, um Schritt für Schritt in Ihren Alltag zurückzukehren.

Wir beantworten Ihre Fragen zum Thema Mikrowellenablation bei Krebs

FAQ

Wie lange dauert eine Mikrowellenablation?

Je nach Anzahl, Größe und Position der Tumore oder Metastasen dauert die Mikrowellenablation zwischen 15 und 20 Minuten. Patientinnen und Patienten verbleiben nach dem Eingriff ein bis zwei Tage im Krankenhaus unter Beobachtung, um die Genesung zu beobachten und Nebenwirkungen oder Komplikationen auszuschließen.

Welche Vorteile bietet eine Mikrowellenablation?

Da es sich bei der Mikrowellenablation um ein minimal-invasives Verfahren handelt, kann das Gewebe um den Tumor oder die Metastasen herum deutlich besser als beispielsweise bei einem chirurgischen Eingriff erhalten werden. Da der Tumor lokal behandelt wird, sinkt das Risiko auf Komplikationen und Nebenwirkungen. Außerdem können Patientinnen und Patienten oft in nur einer Behandlungssitzung behandelt werden.

Findet die Mikrowellenablation stationär oder ambulant statt?

Die MWA findet immer stationär statt und umfasst einen 15- bis 60-minütigen Eingriff. Anschließend bleiben die Patientinnen und Patienten für ein oder zwei Tage im Krankenhaus, um nach der Behandlung mit der Mikrowellenablation etwaige Nebenwirkungen an der Leber, Lunge oder den Nieren auszuschließen.

Welche Alternativen zur Mikrowellenablation gibt es?

Je nach Größe, Position und Anzahl der Tumore und Metastasen bieten anderen lokale Tumortherapien mögliche Alternativen zur Mikrowellenablation. Unter Umständen kommen dabei weitere Ablationen in Frage, wie die Radiofrequenzablation (RFA) oder die Kryoablation. Auch die Kyphoplastie oder die irreversible Elektroporation sind mögliche Verfahren zur lokalen Behandlung von Tumorgewebe.

Das sagen unsere Experten zum Thema Mikrowellenablation

Weitere Informationen zur Tumortherapie

Eine Ärztin bereitet ihre Patientin auf die Behandlung ihres Tumors durch Kryoablation vor.

Kryoablation von Tumoren

Eine minimalinvasive Tumortherapie stellt die Vereisung von Tumoren und Metastasen dar.  Wie genau funktioniert die Kryoablation von Tumoren? Erfahren Sie hier mehr zur Kryotherapie bei Krebs.

Kryoablation

Die Grafik zeigt einen Patienten, der von einer Ärztin zur Immuntherapie beraten wird.

Immuntherapie

Die Immuntherapie zielt darauf ab, das körpereigene Immunsystem in der Bekämpfung der Tumorzellen zu unterstützen. Wie können bestimmte Wirkstoffe die Erkennung der Krebszellen verbessern? Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten, den Ablauf und die möglichen Nebenwirkungen der Immuntherapie.

Immuntherapie

Die Grafik zeigt eine Patientin mit Infusion während der Chemotherapie gegen Krebs.

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist eine der wichtigsten Säulen in der Krebstherapie. Was genau passiert aber bei der Chemotherapie? Lernen Sie hier die verschiedenen Arten, den Ablauf und die Nebenwirkungen kennen.

Chemotherapie