Spezialgebiet Wirbelsäulenchirurgie

Operative Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule

Erkrankungen der Wirbelsäule können sich im Laufe der Zeit in chronische Schmerzen verwandeln, die nicht nur die Mobilität und Selbstständigkeit der Betroffenen einschränken, sondern auch die Lebensqualität reduzieren. Wenn eine konservative Therapie der Erkrankung nicht mehr ausreicht, kann ein operativer Eingriff Linderung schaffen.

Hier kommt die Wirbelsäulenchirurgie ins Spiel: Spezialistinnen und Spezialisten für Erkrankungen der Wirbelsäule arbeiten in dieser speziellen Abteilung mit hochtechnisierten, minimal-invasiven Verfahren. Für unsere Mitarbeitenden immer im Fokus: Ihr Wohl als Patientinnen und Patienten. Mit einer individuellen Behandlung in der Wirbelsäulenchirurgie der Kliniken der St. Augustinus Gruppe sollen Ihre Beschwerden rasch gelindert und ein eigenständiger und erfüllter Alltag wieder ermöglicht werden.

Zwei Ärzte für Wirbelsäulenchirurgie führen eine Operation durch.

Was ist Wirbelsäulenchirurgie?

Die Wirbelsäulenchirurgie ist ein humanmedizinisches Spezialgebiet, bei dem die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule (z. B. Bandscheibenvorfälle) im Fokus steht. Ärztinnen und Ärzte für Wirbelsäulenchirurgie wenden dazu sowohl operative als auch konservative Methoden an.

Die Abteilung Wirbelsäulenchirurgie gehört organisatorisch zum Fachbereich Wirbelsäulentherapie. Die Behandlung und Betreuung in der Wirbelsäulenchirurgie erfolgt zusätzlich in enger Zusammenarbeit mit der Neurochirurgie, der Orthopädie, der Unfallchirurgie und der interventionellen Schmerztherapie.

Die Wirbelsäulenchirurgen und -chirurginnen der St. Augustinus Gruppe zeichnen sich durch eine hohe Expertise und Erfahrung im Bereich der sogenannten Revisionschirurgie aus. Hierbei geht es um die chirurgische Behandlung von Patientinnen und Patienten, bei denen bereits ein operativer Eingriff vorgenommen wurde, die aber dennoch keine Verbesserung ihrer Beschwerden feststellen konnten. Auch die Therapie von Patientinnen und Patienten mit einer osteoporotisch veränderten oder verletzten Wirbelsäule erfolgt in der Wirbelsäulenchirurgie.

Erkrankungen, bei denen die Wirbelsäulenchirurgie eingesetzt werden kann

Das Team aus neurochirurgischen und unfallchirurgischen Fachkräften sowie chirurgischen Orthopädinnen und Orthopäden behandelt Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule. Oft handelt es sich dabei um degenerative Erkrankungen beispielsweise der Hals- oder Lendenwirbelsäule.

Die Krankheitsbilder der Wirbelsäulenchirurgie reichen von Erkrankungen der Bandscheiben bis hin zu Tumoren der Wirbelsäule oder des Rückenmarks.

Chronische Rückenschmerzen

Chronische Schmerzen belasten Betroffene stark und schränken deren Lebensqualität ein. Die Rückenschmerzen haben meit große Auswirkungen auf den Alltag: Patientinnen und Patienten schlafen schlecht, können ihren Beruf nicht mehr ausüben und meiden bestimmte Bewegungen aufgrund der Schmerzen. Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei chronischen Rückenschmerzen werden in der Wirbelsäulenchirurgie individuell mit den Schmerzpatientinnen und -patienten abgestimmt.

Bandscheibenvorfall

Bei einem Bandscheibenvorfall tritt meist ganz plötzlich ein starker Schmerz im Rücken auf, der bis in die Beine oder Arme ausstrahlt. Oft erscheinen begleitende Symptome wie ein Kribbeln in den Fingern oder Zehen, Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen im Arm oder Bein. Die genaue Diagnose gibt Aufschluss über die weitere Behandlung, ob z. B. eine medikamentöse Therapie oder eine Operation notwendig sind.

Osteoporose

Wenn die Knochendichte einen bestimmten Wert unterschreitet, liegt eine Osteoporose vor. Sie betrifft vor allem ältere Menschen und erhöht das Risiko für Knochenbrüche, die im Alter schlechter ausheilen können. Osteoporose kann mit speziellen Medikamenten behandelt werden. Sind aber beispielsweise Wirbelkörper gebrochen, kann auch eine sogenannte Vertebroplastie erfolgen, bei der künstlicher Knochenzement in den Körper gespritzt wird.

Wirbelgleiten

Das Wirbelgleiten umschreibt das Verschieben eines Wirbelkörpers mitsamt Bogenwurzeln, Querfortsätzen und oberen Gelenkfortsätzen. Symptome des Wirbelgleitens sind zum einen Schmerzen in Rücken und Beinen – entweder chronisch oder nur bei bestimmten Bewegungen – und zum anderen Begleitsymptome wie Kribbeln, Taubheit und Lähmungserscheinungen. Oft reichen eine medikamentöse Behandlung sowie Physiotherapie, in einigen Fällen ist auch eine Operation notwendig.

Skoliose

Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule dreidimensional verkrümmt. Dabei kommt es auch zu einer Verformung oder Verdrehung der Wirbelkörper. Je nach Ausprägung kann ein Rippenbuckel und/oder ein Lendenwulst entstehen. Weitere Merkmale für eine Skoliose sind eine unterschiedliche Höhe der Schultern oder eine ungleich geformte Taille. Je nach Krümmung kann die Skoliose nur ein optisches Problem sein oder aber auch die Bandscheiben und Wirbelgelenke der übrigen Wirbelsäule belasten – dann kann z. B. eine Operation notwendig werden.

Spinalkanalstenose

Bei der Spinalkanalstenose kommt es zu degenerativen Veränderungen des Wirbelkanals, die diesen im Laufe der Jahre immer enger machen. Erste Symptome sind Schmerzen im Gesäß und in den Beinen bei alltäglichen Belastungen wie Stehen oder Gehen. Auch Taubheits- oder Kribbelgefühle können vorkommen. Nicht immer ist bei einer Spinalkanalstenose eine Operation notwendig, auch konservative Therapien können zu einer Verbesserung führen.

Wirbelsäulenbruch

Ein Wirbelsäulenbruch ist eine Fraktur des Wirbelkörpers in der Wirbelsäule. Zu einem solchen Bruch kommt es in der Regel durch einen Unfall oder Sturz bzw. durch Osteoporose und Knochenschwund im Alter. Bei einem durch Knochenschwund entstandenem Wirbelbruch ist das einzige Symptom oft plötzlich auftretender Rückenschmerz, der in Gesäß oder Brustkorb ausstrahlen kann. Häufig kann ein Wirbelbruch konservativ mit Medikamenten und Physiotherapie behandelt werden. In gewissen Fällen kann auch eine Operation erfolgen.

Wirbelsäulenkrebs

Spinale Tumore können sowohl gut- als auch bösartige Geschwulste im Rückenmark, in der Wirbelsäule oder im umliegenden Gewebe sein. Typische Beschwerden sind teilweise reißende Schmerzen der Nerven im Rücken, die in Arme oder Beine ausstrahlen können. Auch neurologische Ausfälle mit Taubheit und Lähmungserscheinungen können auftreten. Ein solcher Tumor wird nach Möglichkeit im Rahmen einer Operation entfernt. Je nach Tumorart wird die weitere Behandlung bestimmt. Handelt es sich um Wirbelsäulenkrebs, erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit Onkologie und Neurologie.

Eine Mitarbeiterin der Wirbelsäulenchirurgie bereitet eine Patientin auf eine Untersuchung im MRT vor.

Umfassende Diagnostik für die Wirbelsäulenchirurgie

Rückenschmerzen sind nicht immer gleich ein Fall für die Wirbelsäulenchirurgie. Deshalb setzen die Spezialistinnen und Spezialisten auf eine umfangreiche Untersuchung der Beschwerden. Zur Diagnostik von Erkrankungen der Wirbelsäule gehören neben dem gesamten Spektrum bildgebender Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) auch eine eingehende orthopädische sowie neurochirurgische Untersuchung. Dabei untersuchen Expertinnen und Experten die Schmerzen der Patientinnen und Patienten auf die Form, Haltung, Beweglichkeit sowie Bewegungsunabhängigkeit ihrer Schmerzen.

So können die Fachärztinnen und Fachärzte für Wirbelsäulenchirurgie im Klinikum gemeinsam mit ihrem interdisziplinären Team den Zusammenhang zwischen strukturellen Problemen an Wirbelkörpern, Bandscheiben etc. und den vorliegenden Schmerzen eindeutig erkennen.

Ihr Kontakt zu uns

Die Fachbereiche Wirbelsäulenchirurgie und interventionelle sowie multimodale Schmerztherapie arbeiten eng zusammen, um die verschiedenen Erkrankungen des Rückens aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Dies ermöglicht die Entwicklung individueller Therapiekonzepte für unsere Patientinnen und Patienten.

Die Fachärztinnen und Fachärzte für Wirbelsäulenchirurgie des Krankenhauses Neuwerk sowie des Johanna Etienne Krankenhauses sind besonders stolz darauf, auf nationaler und internationaler Ebene ihre Erfahrungen und Kenntnisse als Instruktoren in einer Vielzahl von Workshops an die kommenden Generationen von Wirbelsäulenchirurgen und -chirurginnen weitergeben zu können.

Monika Stickelbruck, Chefarztsekretärin

Johanna Etienne Krankenhaus

02131 529 52002

m.stickelbruck@ak-neuss.de

Renate Ohligs-Sprenger, Leitende Chefarztsekretärin

Krankenhaus Neuwerk

02161 668 2117

r.ohligs-sprenger@kh-neuwerk.de

Therapieangebote unserer Spezialistinnen und Spezialisten für Wirbelsäulenchirurgie

Die Therapieangebote der Kliniken der St. Augustinus Gruppe zielen auf ein besonders sicheres Ergebnis und eine schnelle Heilungszeit – damit Patientinnen und Patienten schnell wieder selbstständig und möglichst schmerzfrei im Leben stehen.

Unsere Ärztinnen und Ärzte für Wirbelsäulenchirurgie setzten dabei auf modernste Techniken und spezielle minimal-invasive Verfahren, darunter:

  • mikroskopische Bandscheibenchirurgie
  • endoskopische Bandscheibenchirurgie
  • mikroskopische Erweiterung des Rückenmarkkanals
  • endoskopische Erweiterung des Rückenmarkkanals
  • Bandscheibenprothetik der Hals- und Lendenwirbelsäule
  • Stabilisierungsoperationen offen chirurgisch
  • Stabilisierungsoperationen minimal-invasiv (Schlüssellochchirurgie)
  • Zementstabilisierung der Wirbelkörper (Kyphoplastie, Vertebroplastie)
  • Wirbelkörperersatz-Operationen
  • Hybridoperationen unter dem Einsatz von Implantat-Stabilisierungen und zusätzlichem Einsatz von Zementverankerungen
  • Deformitätenchirurgie mit Aufrichtung und Versteifung zur Wiederherstellung der natürlichen Balance des Wirbelsäulenprofils (Korrekturspondylodese)
  • individuelle Revisionschirurgie (Failed-Back-Surgery)
Ein Mitarbeiter der Wirbelsäulenchirurgie überprüft die Vitalwerte eines Patienten während der Operation.

Schlüssellochchirurgie

Schlüssellochchirurgie, genauer gesagt die laparoskopische Chirurgie, ist ein Teilbereich der minimal-invasiven Chirurgie. Wo immer möglich, wird in der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie auf laparoskopische Verfahren gesetzt, denn sie bedeuten für die Patientinnen und Patienten in der Regel weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung mit einem kürzeren Aufenthalt im Klinikum.

Die Ärztinnen und Ärzte profitieren bei einer minimal-invasiven Operation zudem von einer besseren Übersicht während des Eingriffs.

Ein Arzt für Wirbelsäulenchirurgie erklärt einem Patienten eine Deformität am Wirbelsäulen-Modell.

Korrekturspondylodese

Ziel einer Spondylodese ist die Korrektur einer deformierten Wirbelsäule (z. B. eine Verkrümmung oder falsche Rotation). Eine solche Operation zielt auf eine Versteifung der Wirbelsäule ab, um sie so zu korrigieren: Dabei verbinden die Spezialistinnen und Spezialisten für Wirbelsäulenchirurgie während des Eingriffs benachbarte Wirbelkörper und deren Kleinwirbelgelenke miteinander.

Diese Verbindungen werden durch Schrauben und Stangen, aber auch sogenannte körbchenförmige Statthalter (Cages) anstelle der verschlissenen Bandscheiben geschaffen, die dann mit körpereigenem oder künstlichem Knochenmaterial aufgefüllt werden.

Ein Wirbelsäulenchirurgie-Spezialist erklärt die Zementstabilisierung der Wirbelkörper.

Vertebroplastie

Bei der Vertebroplastie festigt das operative Team gebrochene oder eingefallene Wirbelkörper mit Knochenzement wieder (bei dem Verfahren der Kyphoplastie werden die Wirbelkörper zusätzlich mit Hilfe von Ballons aufgerichtet).

Die Vertebroplastie ist ein minimal-invasives Verfahren der Wirbelsäulenchirurgie, bei dem den Patientinnen und Patienten nach einer örtlichen Betäubung dünne Hohlnadeln in den Wirbelkörper eingeführt werden. Durch diese Nadeln wird ein schnell aushärtender Knochenzement eingespritzt und der Wirbelkörper auf diese Weise stabilisiert.

Krankenhäuser und Kliniken der St. Augustinus Gruppe mit einer Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie

Wir beantworten Ihre Fragen zum Spezialgebiet der Wirbelsäulenchirurgie

FAQ

Welche Aufgaben hat eine Fachärztin oder ein Facharzt für Wirbelsäulenchirurgie?

Zu den Aufgaben von Wirbelsäulenchirurgen und -chirurginnen gehören sowohl die Diagnostik als auch die Operation und Nachbehandlung von Patientinnen und Patienten mit schmerzhaften Wirbelsäulenerkrankungen. Für die Nachsorge stellen die Fachkräfte außerdem den Kontakt zur weiteren therapeutischen Behandlung her.

Was ist der Unterschied zwischen Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie?

Neurochirurgisches Personal beschäftigt sich mit der Erkennung und operativen Behandlung von Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen des zentralen Nervensystems. Die Wirbelsäulenchirurgie umfasst hingegen die gezielte Diagnostik und Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen – es gibt also in beiden Abteilungen Schnittstellen.

Warum gibt es Spezialistinnen und Spezialisten für Wirbelsäulenchirurgie?

Die Wirbelsäule ist ein sehr komplexes System, das für die Stütze und den aufrechten Gang sowie die Bewegung des Rumpfes zuständig ist. Außerdem umschließt die Wirbelsäule das Rückenmark und schützt es so vor Verletzungen.

Irreparable Schäden an Wirbelkörpern bzw. an der Wirbelsäule im Allgemeinen können zu chronischen Schmerzen oder Lähmungen führen. Um Erkrankungen der Wirbelsäule zu behandeln, ist also mit Blick auf dieses komplexe System eine hohe Expertise notwendig, über die die Spezialistinnen und Spezialisten der Wirbelsäulenchirurgie verfügen.

Vertrauen Sie unseren Experten aus dem Spezialgebiet der Wirbelsäulenchirurgie