Urogynäkologie

Medizinische und therapeutische Behandlung von Beschwerden des Beckenbodens und der Blase

Viele Frauen haben im Laufe ihres Lebens Probleme mit Senkungsbeschwerden oder Inkontinenz, wobei nicht nur ältere Frauen betroffen sind, sondern auch jüngere, z. B nach einer Geburt. Da Inkontinenz für viele Menschen nach wie vor ein Tabuthema ist, suchen sich nur wenige Frauen ärztliche Hilfe bei diesen Beschwerden. In den Kliniken der St. Augustinus Gruppe bekommen betroffene Frauen eine vertrauensvolle Betreuung unserer Fachärztinnen und Fachärzte der Urogynäkologie, mit denen sie offen über ihre Beschwerden sprechen können. Denn der Fachbereich der Gynäkologie umfasst weit mehr als die weiblichen Fortpflanzungsorgane und schließt ebenfalls die Unterleibsorgane mit ein, wozu auch die Blase gehört.

Als Spezialgebiet der Gynäkologie beschäftigt sich die Urogynäkologie genau mit diesen Beschwerdebildern. Die gynäkologischen Abteilungen der Kliniken und Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe bieten Patientinnen mit Inkontinenz, Senkungsbeschwerden oder anderen urogynäkologischen Krankheitsbildern eine kompetente Diagnostik und Behandlung. Dabei betreuen unsere Ärzteteams die Patientinnen stets professionell und einfühlsam, damit betroffene Frauen offen über ihre Beschwerden sprechen können. 

Eine Gynäkologin untersucht eine Patientin in der Urogynäkologie.

Was ist Urogynäkologie?

Die Urogynäkologie bezeichnet per Definition das urologische Feld der Gynäkologie. Das bedeutet, sie beschäftigt sich mit allen Beschwerden und Erkrankungen rund um den Beckenboden, z. B. Blasenfunktionsstörungen und Senkungsbeschwerden.  

Die Urogynäkologie stellt einen wichtigen Teilbereich der Gynäkologie dar, denn sie beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Beschwerden. Dazu gehören unterschiedliche Formen der Harninkontinenz genauso wie Senkungsbeschwerden von Blase, Gebärmutter oder Scheide. Da gerade die Harninkontinenz immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema darstellt, ist es besonders wichtig, dass betroffene Frauen eine vertrauensvolle und kompetente Behandlung erfahren. In den Kliniken der St. Augustinus Gruppe arbeiten erfahrene Gynäkologinnen und Gynäkologen eng zusammen, um jeder Frau mit urogynäkologischen Beschwerden auf einer vertrauensvollen Basis die bestmögliche Behandlung anbieten zu können. Dazu können je nach Fall sowohl konservative Behandlungsmethoden als auch operative Therapien zum Einsatz kommen. Welcher Ansatz in der individuellen Situation der passende ist, besprechen unsere Ärzteteams nach einer ausführlichen Anamnese zusammen mit den Patientinnen. 

Diese Krankheitsbilder werden in der Urogynäkologie behandelt

Urogynäkologische Beschwerden können nicht nur Gebärmutter und Scheide, sondern auch die Blase oder den gesamten Beckenboden betreffen. Die Aufgabe der Urogynäkologie ist es, diese unterschiedlichen Krankheitsbilder und Beschwerden der weiblichen Unterleibsorgane durch konservative oder operative Therapien zu behandeln und betroffenen Frauen zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität zu verhelfen. 

Je nach Erkrankung arbeiten die urogynäkologischen Ärztinnen und Ärzte auch mit dem Fachbereich Chirurgie zusammen, um eine optimale Therapie zu erreichen: 

Inkontinenz

Unter der Harninkontinenz, umgangssprachlich häufig auch als Blasenschwäche bezeichnet, versteht man einen unwillkürlichen Harnverlust auch ohne starken Harndrang. Dieser Urinverlust kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein, von einigen Tropfen bis hin zu permanentem Harnverlust. Bei der Inkontinenz wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden, dazu gehören Dranginkontinenz, Stress- und Belastungsinkontinenz sowie Mischinkontinenz. Zur Behandlung der Harninkontinenz sind sowohl konservative Methoden wie die Beckenbodengymnastik als auch medikamentöse Therapien möglich.

Senkungsbeschwerden

Bei einer Senkung können sich Gebärmutter, Blase oder Darm absenken und in der Folge auf andere Organe drücken. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von einem geschwächten Beckenboden durch eine Schwangerschaft über eine Bindegewebsschwäche bin hin zu einem lokalen Östrogenmangel. Unbehandelt können Senkungsbeschwerden im Extremfall zu einer Blasensenkung, Darmsenkung oder einer Gebärmuttersenkung führen. Auch ein Scheidenvorfall, bei dem die Vagina krankhaft nach außen gestülpt wird, ist möglich. Die Urogynäkologie behandelt Senkungsbeschwerden und deren Ursachen mit konservativen oder operativen Methoden.

Blasenentzündungen

Harnwegsinfektionen – auch Blasenentzündung oder Zystitis genannt – betreffen die oberen und unteren Harnwege. Ein solcher Infekt äußert sich durch häufigen Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen. Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre am häufigsten von Blasenentzündungen betroffen und haben oft auch mit ständig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen zu kämpfen. Die Ursachen hierfür können z. B. verengte Harnwege (z. B. die Harnröhre) oder auch eine Senkung der Unterleibsorgane oder des Beckenbodens sein. Das Spezialgebiet der Urogynäkologie schließt auch die Behandlung dieser Beschwerden mit ein.

Eine Mitarbeiterin der Uroynäkologie bereitet eine Untersuchung für eine Patientin vor.

Urogynäkologische Diagnostik

Ein wichtiger Aspekt bei der Diagnostik in der Urogynäkologie ist das Anamnesegespräch mit der Patientin, um die bestehenden Beschwerden zu besprechen. In dem Gespräch wird z. B. auch ein Miktionsprotokoll durchgegangen. In diesem hält die Patientin zuvor fest, was und wie viel sie trinkt und wie ihr Toilettenverhalten dem gegenübersteht. Das kann der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose und die bestmögliche Behandlung geben. 

Neben dem Anamnesegespräch stehen für die urogynäkologische Diagnostik verschiedene Untersuchungen zur Auswahl. Dazu gehört neben Ultraschalluntersuchungen und Blasenspiegelungen auch die sogenannte Urodynamik, eine Funktionsuntersuchung der Blase. Ergänzend dazu erfolgt eine gynäkologische Untersuchung sowie eine Urinuntersuchung.

Ihr Kontakt zu uns

Urogynäkologische Krankheitsbilder bedürfen Empathie und Expertise, denn die Beschwerden beeinträchtigen betroffene Frauen häufig nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Im Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des Krankenhaus Neuwerk erfahren Patientinnen mit urogynäkologischen Beschwerden eine umfangreiche Betreuung durch unsere kompetenten Ärzteteams. 

Zum Kontinenz- und Beckenbodenzentrum

Welche Behandlungsmethoden kommen in der Urogynäkologie zum Einsatz?

Welche Behandlung in der Urogynäkologie eingesetzt wird, ist von der jeweiligen Erkrankung der Patientin abhängig. Je nach Art der Beschwerden verordnen die Fachärztinnen und Fachärzte unterschiedliche Therapien, die sowohl konservative als auch operative Methoden umfassen können. Da urogynäkologische Beschwerden für die Patientinnen häufig auch eine psychische Belastung darstellen, gehen die Ärztinnen und Ärzte in einem vertrauensvollen Umfeld auf die individuellen Krankheitsbilder ein und stellen das Wohl der Frauen dabei in den Vordergrund. Daher werden die Behandlungsmöglichkeiten mit den Patientinnen abgestimmt, um die bestmögliche Therapie für jeden individuellen Fall zu finden. 

Die Therapien im Überblick

Eine Patientin der Uroynäkologie bei der Beckenbodengymnastik.

Konservative Therapien

Urogynäkologische Krankheitsbilder sind meist sehr gut behandelbar, wobei verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. In den St. Augustinus Kliniken stehen die Patientinnen im Vordergrund, daher setzen die Expertinnen und Experten in der Urogynäkologie auf eine gemeinsame Therapieplanung im Anschluss an eine umfangreiche Diagnostik, um die Beschwerden bestmöglich und ganzheitlich zu behandeln. Am Anfang der Behandlung steht in der Regel eine konservative Therapie, wobei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Dazu gehören:

  • Beckenbodengymnastik mit Biofeedback und Tens
  • Miktionstraining
  • Trinkverhaltenstraining
  • medikamentöse Therapie
  • Pessaranpassung
  • Biofeedback-Methode
Minimal-invasive Operationsverfahren in der Urogynäkologie.

Operative Therapiemöglichkeiten

Sollten konservative Methoden nicht zu einer Besserung bei Senkungsbeschwerden oder Harninkontinenz führen, kann eine operative Behandlung eine Möglichkeit sein. Für diesen Fall stehen in den St. Augustinus Kliniken ein breites Spektrum an operativen Therapien für urogynäkologische Krankheitsbilder zur Verfügung. Dazu gehören sowohl Senkungs- und Vorfalloperationen als auch Inkontinenzoperationen. Die Kliniken und Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe nutzen hierfür Operationen mit modernster Technik. Gemeinsam mit der Patientin wird die bestmögliche OP-Methode gewählt – entweder minimal-invasiv, über einen Bauchschnitt oder vaginal. 

Ist eine operative Behandlung notwendig, klären die Fachärztinnen und Fachärzte die Patientinnen umfassend auf, um in dieser Situation eine bestmögliche Unterstützung zu bieten sowie Ängste und Sorgen abzubauen. 

Kliniken und Krankenhäuser der St. Augustinus Gruppe mit dem Spezialgebiet Urogynäkologie

Wir beantworten Ihre Fragen zum Fachbereich Urogynäkologie

FAQ

Was genau sind die Aufgaben der Urogynäkologie?

Die Aufgabe der Urogynäkologie besteht in der Behandlung von Erkrankungen einer Beckenbodenschwäche, z. B. Absenkungen der Genitalorgane sowie Harninkontinenz. Darüber hinaus gibt es jedoch auch weitere urologische Beschwerden bei Frauen, die hier behandelt werden. 

Welche Krankheiten werden durch die Urogynäkologie behandelt?

Das Spezialgebiet der Urogynäkologie behandelt Frauen mit unterschiedlichen Formen der Inkontinenz und Beschwerden des Beckenbodens. Dazu gehören Senkungsbeschwerden sowie Harninkontinenz.

Wie entsteht eine Harninkontinenz?

Inkontinenz bedeutet, dass Urin nicht mehr gehalten werden kann und unkontrolliert abgeht. Die Ursachen für den Urinverlust sind vielfältig. Eine Harninkontinenz beruht meist auf einer Störung im System aus Blasenmuskulatur, Schließmuskeln und einer Beckenbodenschwäche. 

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