Spezialgebiet Psychosomatik

Therapie psychosomatischer Krankheitsbilder und Beschwerden

Seelisches und körperliches Wohlbefinden gehen Hand in Hand, deshalb spielen die Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Häufig stehen in der Medizin jedoch die körperlichen Beschwerden im Vordergrund, wodurch erst spät bemerkt wird, dass auch psychische und soziale Faktoren Krankheiten und Symptome beeinflussen können. Das Spezialgebiet der Psychosomatik beschäftigt sich mit diesen Wechselwirkungen und der Linderung psychosomatischer Erkrankungen. 

Um Patientinnen und Patienten mit psychosomatischen Beschwerden zu helfen, arbeiten dort Fachärztinnen und Fachärzte aus der Psychiatrie, Psychologie und Ergotherapie sowie psychologische Therapeutinnen und Therapeuten eng zusammen. In den Kliniken der St. Augustinus Gruppe werden Patientinnen und Patienten dadurch unterstützt, ihre Symptome besser zu verstehen, einen Umgang mit ihren Problemen zu finden und so ihr psycho-soziales Gleichgewicht wiederzufinden. Um dies zu erreichen, bekommen betroffenen Menschen eine kompetente Beratung und eine ambulante sowie stationäre psychiatrische Therapie. 

Ein Arzt auf dem Spezialgebiet der Psychosomatik im Gespräch mit einem Patienten.

Psychosomatik: Was ist das?

Bei der Psychosomatik handelt es sich per Definition um eine ganzheitliche Betrachtungsweise und Krankheitslehre in der Medizin. Das interdisziplinäre Fachgebiet beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen von Psyche und Körper, also dem Einfluss psychischer und sozialer Faktoren auf den Körper und die Gesundheit. 

Denn seelische Belastungen, Lebenskrisen oder traumatische Erfahrungen können körperliche Beschwerden auslösen oder diese verstärken. Umgekehrt passiert es auch häufig, dass bestehende körperliche Erkrankungen die Psyche so belasten, dass sie sogenannte somatopsychische Reaktionen hervorrufen. Das können z. B. seelische Belastungsstörungen in Reaktion auf eine Krebserkrankung oder einen Herzinfarkt sein. Die moderne Psychosomatik berücksichtigt bei der Therapie und Diagnose diese vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Körper, Psyche und sozialem Umfeld. 

Psychosomatische Krankheitsbilder

Psychosomatische Erkrankungen sind sehr komplex und können ganz unterschiedliche Ursachen haben. So können Stress, Lebenskrisen, seelische Belastungen oder auch traumatische Erfahrungen körperliche Beschwerden auslösen oder bestehende Symptome sogar verstärken. Die Folge können beispielsweise chronische Schmerzen, Verdauungsprobleme oder Herzbeschwerden sein. Die Wechselwirkungen funktionieren jedoch auch umgekehrt, so können körperliche Beschwerden und Erkrankungen zu einer Belastung der Psyche führen. Man beobachtet in der Psychosomatik beispielsweise häufig depressive Reaktionen von Patientinnen und Patienten auf einen Herzinfarkt. Die Entstehung psychosomatischer Schmerzen und Erkrankungen ist sehr vielschichtig und kann von genetischen, biologischen, sozialen und psychischen Faktoren beeinflusst werden. 

Essstörungen

Eine Essstörung betrifft per Definition die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung. Aus diesem Grund unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen der Essstörung, dazu gehören Magersucht, Bulimie oder die Binge-Eating-Disorder. Diese Krankheitsbilder äußern sich durch starke Störungen im Essverhalten und sind oft mit ernsthaften und langfristigen gesundheitlichen Schäden verbunden. In der Psychosomatik werden diese Störungen unter der Berücksichtigung der auslösenden psychischen oder sozialen Faktoren behandelt. 

Belastungsreaktionen

Unter Belastungsreaktionen versteht man psychosomatische Beschwerden, die meist als Folge schwerer oder chronischer Erkrankungen auftreten. Dazu gehören z. B. Tumorerkrankungen, Herzinfarkte, Diabetes oder Multiple Sklerose. In einem solchen Fall werden psychische Beschwerden durch die bestehenden körperlichen Erkrankungen verstärkt.

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen gehören sehr häufig zu den Symptomen psychosomatischer Erkrankungen. Diese betreffen z. B. Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Da die Schmerzwahrnehmung erheblich durch psychische Faktoren beeinflusst wird, werden in der Psychosomatik auch chronische Schmerzen behandelt.

Komplexe Erkrankungen vielseitiger Ursachen

Nicht bei allen Beschwerden führt eine ärztliche bzw. körperliche Behandlung zu einer Besserung. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass diese Schmerzen oder Symptome nicht gelindert werden können. In der Psychosomatik werden auch komplexe Beschwerden und Erkrankungen behandelt, deren Ursachen in mehreren Lebensbereichen zu finden sind. Dazu gehören z. B. Reizdarmsyndrom, Fibromyalgiesyndrom, Tinnitus, Schwindel, Herzrasen, Verdauungsstörungen oder Juckreiz.

Eine Mitarbeiterin der Psychosomatik bereitet eine Patientin für ein MRT vor.

Diagnosemöglichkeiten in der Psychosomatik

Bei der Diagnose psychosomatischer Erkrankungen werden in einem ersten Schritt körperliche Ursachen für die Symptome ausgeschlossen. Dazu werden – je nach Beschwerden – eine körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen und Ultraschalluntersuchungen eingesetzt. Auch bildgebende Verfahren wie MRT, CT und Röntgen sowie andere diagnostische Maßnahmen kommen hier zum Einsatz. Können die Fachärztinnen und Fachärzte aus somatischen Bereichen wie Kardiologie, Dermatologie oder Neurologie nach umfangreichen Untersuchungen keine körperlichen Ursachen feststellen, erfolgt durch die Ärztinnen und Ärzte der Psychosomatik eine Untersuchung auf psychische Gründe für die Beschwerden. 

Die Diagnostik in der Psychosomatik erfolgt hauptsächlich anhand der Krankheits- und Lebensgeschichte, wobei mögliche Auslöser, belastende Faktoren sowie die Lebenssituationen der Patientinnen und Patienten miteinbezogen werden. Um betroffenen Menschen die bestmögliche Therapie anbieten zu können, setzen die Fachärztinnen und Fachärzte in den Kliniken der St. Augustinus Gruppe daher auf eine ganzheitliche Betrachtung von Körper und Psyche bei der Diagnostik psychosomatischer Erkrankungen. 

Ihr Kontakt zu uns

Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen und Symptomen wissen häufig nicht, an wen sie sich wenden können. Im Alexius/Josef Krankenhaus erhalten Betroffene in der Spezialsprechstunde für psychosomatische Beschwerden professionelle Hilfe durch ambulante Beratung, Diagnostik, Behandlungsempfehlungen sowie therapeutische Begleitung. 

Die Sprechzeiten der Spezialsprechstunde: Montag, Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 16 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 8.30 bis 12 Uhr.

Annahme, Ambulanz Anna

Alexius/Josef Krankenhaus

02131 529 28720

info@psychiatrie-neuss.de

Therapie psychosomatischer Erkrankungen und Beschwerden

Die Behandlung psychosomatischer Symptome und Erkrankungen erfolgt hauptsächlich durch Psychotherapie. In den Sitzungen werden gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten Lösungen erarbeitet, um die Beschwerden zu mindern und Belastungssituationen zu reduzieren. Ergänzend zur Psychotherapie kommen in der Psychosomatik auch Entspannungstechniken, Sozialtherapie sowie Bewegungs- und Körpertherapie zum Einsatz. In den Kliniken und Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe steht bei der Therapie psychosomatischer Beschwerden und Erkrankungen ein ganzheitlicher Ansatz im Mittelpunkt. Dabei werden psychotherapeutische Methoden mit der Behandlung körperlicher Symptome kombiniert. Um langfristig therapeutische Erfolge zu erzielen, wird die Krankengeschichte jeder Patientin und jedes Patienten individuell betrachtet, um anschließend zusammen mit den Therapeutinnen und Therapeuten einen geeigneten Therapieplan zu erarbeiten.

Eine Gruppentherapiesitzung als Teil der Psychotherapie in der Psychosomatik.

Psychotherapeutische Verfahren

Die Ärztinnen und Ärzte in der Psychosomatik behandeln die Beschwerden ihrer Patientinnen und Patienten primär tiefenpsychologisch und psychoanalytisch. Dabei werden biographische Hintergründe und Konflikte genauso einbezogen wie die aktuelle Lebenssituation, um Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele einordnen zu können. In der Psychosomatik ist das Ziel der Therapie, einen besseren Umgang mit den Symptomen zu finden und so die Belastungen und Einschränkungen im Alltag der Patientinnen und Patienten zu minimieren. Um das zu erreichen, setzen die Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken und Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe sowohl auf Einzel- als auch Gruppentherapien, um Menschen mit psychosomatischen Beschwerden bestmöglich beim Umgang mit Konflikten und Belastungen zu unterstützen. 

Eine Hypnosetherapie als Behandlungsmöglichkeit in der Psychosomatik.

Hypnosetherapeutische Methoden

Als Ergänzung zu Gesprächstherapien können in der Psychosomatik auch hypnosetherapeutische Methoden zur Behandlung psychosomatischer Beschwerden eingesetzt werden. Dabei nutzen die Ärztinnen und Ärzte unterschiedliche Sinne und Wahrnehmungsebenen, um Zugang zum Erleben der Patientinnen und Patienten zu erhalten. Die dadurch gewonnenen Anhaltspunkte können die Betroffenen bei der Linderung ihrer Symptome unterstützen, indem körperliche und psychische Einschränkungen und Belastungen im Alltag abgebaut werden. 

Kliniken und Krankenhäuser der St. Augustinus Gruppe mit Schwerpunkt Psychosomatik

Wir beantworten Ihre Fragen zum Spezialgebiet der Psychosomatik

FAQ

Wie unterscheiden sich Psychiatrie und Psychosomatik?

Die Psychiatrie beschäftigt sich mit Störungen und Erkrankungen des Geistes und der Seele. Die Psychosomatik ist ein Teilgebiet der Psychiatrie, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche und damit verbundenen Beschwerden beschäftigt. 

Welche psychosomatischen Beschwerden gibt es?

Zu den Symptomen von psychosomatischen Erkrankungen gehören z. B.:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden (Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Reizdarmsyndrom)
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Panik- und Angststörungen
  • Schwindel
  • Herzrasen

Was sind die Aufgaben der Psychosomatik?

Die Psychosomatik beschäftigt sich vorwiegend mit der Therapie von Patientinnen und Patienten mit Depressionen, Essstörungen, Angststörungen, Zwangsstörungen, somatoformen Störungen und posttraumatischen Störungen sowie chronischen Schmerzsyndromen. 

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