Fachbereich Psychiatrie

Psychiatrische und psychotherapeutische Dienste und Behandlung

Wir leben in einer herausfordernden Zeit, in der die seelische Gesundheit besonders wichtig wird. Leidet die Psyche des Menschen, ist nicht selten auch der gesamte Körper betroffen. Psychiatrische bzw. psychische Erkrankungen können sehr vielfältig sein. Sie beeinträchtigen Stimmungen und Gefühle des Menschen, was zu Ängsten und Zwangshandlungen, Wahrnehmungsverzerrung oder Gedächtnisstörungen führen kann. Viele Menschen befinden sich deshalb in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung – und das mit Erfolg, denn psychiatrische Krankheitsbilder werden ebenso wie körperliche Erkrankungen effektiv behandelt. 

Die Fachärztinnen und Fachärzte für Psychotherapie und Psychiatrie arbeiten häufig eng mit der Neurologie zusammen, um je nach Krankheitsbild die optimale Therapie anbieten zu können. Ihr Wohl liegt uns am Herzen und wir setzen uns dafür ein, dass das Wahrnehmen einer Therapie in unserer Gesellschaft nicht mehr stigmatisiert, sondern normalisiert wird. Dafür erhalten Sie an den Standorten der St. Augustinus Gruppe eine kompetente Beratung und eine ambulante sowie stationäre psychiatrische Therapie.

Psychiatrie: Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen

Psychiatrie – was ist das?

Per Definition umfasst das Fachgebiet Psychiatrie die Erforschung, Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen und Störungen. Psychiater und Psychotherapeuten befassen sich außerdem mit der Vorbeugung und Rehabilitation erkrankter Patientinnen und Patienten.

Der Begriff „Psychiatrie“ lässt sich aus den griechischen Wörtern für „Psyche“ (Seele) und „iatrós“ (Arzt) zusammensetzen, weshalb man in vielen Definitionen der Psychiatrie auch den Begriff „Seelenheilkunde“ lesen kann. Die Psychiatrie hält stets engen Kontakt mit anderen medizinischen Disziplinen. So tauschen sich z. B. Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie eng mit der Neurologie aus.

Bei der psychiatrischen Behandlung werden neben psychischen und somatischen Ursachen auch soziale Aspekte beleuchtet, die den Menschen in seinem individuellen sozialen Umfeld betrachten. Im Laufe der Zeit hat die Psychiatrie eigene Fachbereiche bzw. Spezialgebiete hervorgebracht, wie z. B. die Psychosomatik oder die Gerontopsychiatrie.

Diagnosemöglichkeiten in der Psychiatrie

Diagnosemöglichkeiten in der Psychiatrie

Die Diagnose psychiatrischer Krankheitsbilder beginnt meist mit einem Gespräch mit der Patientin oder dem Patienten. Hier erforscht die Psychiaterin oder der Psychiater bzw. die Therapeutin oder der Therapeut das Erleben und Empfinden des Menschen. Zusätzlich können Patientenbeobachtungen, Fragebögen oder weitere psychologische Tests herangezogen werden.

Außerdem werden Betroffene auch genau körperlich sowie neurologisch untersucht, um etwaige körperliche Ursachen (z. B. Schädel-Hirn-Trauma) auszuschließen. Für die Diagnose werden laborchemische Tests sowie apparative Verfahren wie EEG und MRT verwendet.

Psychiatrische Krankheitsbilder

Eine psychische Erkrankung ist eine länger andauernde oder wiederholt vorkommende deutliche Abweichung im Erleben und Verhalten eines Menschen. Sie betrifft die Bereiche des Denkens, Fühlens und Handelns. Die Erkrankung ist häufig mit persönlichem Leidensdruck und einer Belastung für das soziale Umfeld der Patientinnen und Patienten verbunden.

Psychiatrische Erkrankungen sind keine Seltenheit und werden zunehmend diagnostiziert.

Angststörungen

Menschen mit einer Angststörung leiden an einem übersteigerten Ausmaß von Angst. Angsterkrankungen sind neben Depressionen die häufigsten psychischen Erkrankungen, darunter auch Panikattacken, soziale Angststörungen sowie spezifische Phobien.

Die psychiatrische Versorgung schließt kognitive Verhaltens- oder medikamentöser Therapie mit ein.

Bipolare Störung

Eine bipolare Störung ist eine schwere chronisch verlaufende psychische Erkrankung mit manischen und depressiven Stimmungsschwankungen. Betroffene Patientinnen und Patienten sind gefangen zwischen übersteigerter Euphorie und depressiver Antriebslosigkeit. Die Ursachen für die Erkrankung sind nicht vollständig geklärt, man vermutet erbliche Veranlagung und äußere Einflüsse.

Die psychiatrische Behandlung sieht je nach Diagnose eine medikamentöse Therapie, Psychotherapie oder in Akutfällen eine Elektrokonvulsionstherapie (EKT) vor.

Borderline

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) zeichnet sich durch Impulsivität von Emotionen und Stimmung sowie der Identität und dem Umgang mit anderen Menschen aus. Betroffene leiden unter heftigen Stimmungs- und Gefühlsschwankungen, häufig verbunden mit selbstschädigen Verhaltensweisen, um entstehende Anspannung zu verringern. Auch ein gestörtes Selbstbild sowie Körperwahrnehmung gehören zu den Symptomen der Erkrankung.

Erster und wichtigster Ansatzpunkt der psychiatrischen Behandlung ist die Psychotherapie, z. B. die dialektisch behaviorale Therapie (DBT), ergänzend können Medikamente verordnet werden.

Burnout

Ein Burnout ist ein anhaltend emotionaler und körperlicher Erschöpfungszustand. Es äußert sich sowohl in körperlichen als auch in psychischen Symptomen.

Wenn das Burnout-Syndrom mit einer psychischen Störung einhergeht, kann die Erkrankung psychotherapeutisch oder medikamentös behandelt werden.

Depressionen

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich vor allem durch eine anhaltende gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit äußert. Auch körperliche Symptome wie Schlaf- und Appetitlosigkeit sind allerdings möglich.

In den meisten Fällen handelt es sich um eine chronische Erkrankung, deren Ursachen sich nicht vollständig beseitigen lassen. Die Behandlung erfolgt meist mit Einsatz antidepressiver Medikamente sowie der Durchführung einer Psychotherapie bzw. die Kombination beider Methoden.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Eine PTBS ist eine verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis. Solche Traumata können beispielsweise Unfälle, Gewalterfahrungen, Krieg oder Naturkatastrophen sein. Die Belastungsstörung ist oft verbunden mit Angst und Schutzlosigkeit, Hilflosigkeit sowie Kontrollverlust.

Die Symptome der Störung äußern sich im Wiedererleben des Traumas in Form von Flashbacks oder Träumen sowie emotionale Gleichgültigkeit und Vermeidung von Situationen, die Erinnerungen an das Trauma hervorrufen können.

In den meisten Fällen kann die Behandlung in der Institutsambulanz durch eine Psychiaterin oder Psychiater bzw. eine Psychotherapeutin oder Psychotherapeut erfolgen.

Psychosen

Der Begriff Psychose umfasst eine Reihe psychischer Störungen, bei denen die Patientinnen und Patienten die Realität (meist vorübergehend) verändert wahrnehmen. Psychosen äußern sich beispielsweise in Halluzinationen und Wahnvorstellungen.

Die Behandlung von Psychosen kann ambulant in einem Klinikum bzw. Tagesklinik oder in schweren Fällen auch stationär erfolgen – je nach Diagnose psychotherapeutisch oder medikamentös.

Schizophrenie

Eine Schizophrenie ist eine psychische Störung, bei der die Gedanken und die Wahrnehmung der betroffenen Menschen verändert sind. Die Störung äußert sich auch in „unpassenden“ Verhaltensweisen und affektiven Handlungen.

Die Behandlung wird mit einer Kombination von medikamentöser Therapie sowie Psychotherapie und ergänzender Ergotherapie durchgeführt. In akuten Krisensituationen erhalten die Betroffenen einen stationären Behandlungsplatz, danach kann die Patientin oder der Patient ambulant weiter betreut werden.

Therapie psychischer Erkrankungen

Die Patientinnen und Patienten der Psychiatrie erhalten in der Regel einen persönlichen Therapieplan. Die psychiatrische Behandlung wird je nach Bedarf stationär, tagesklinisch oder ambulant durchgeführt.

Das psychotherapeutische Angebot an den Standorten der St. Augustinus Gruppe umfasst unter anderem Einzel-, Gruppen- und Familientherapie, die dialektisch behaviorale Therapie (DBT), die psychosoziale Beratung, Pharmakotherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie etc. .

Teilgebiete der Psychiatrie und Psychotherapie

Psychiater und Psychotherapeuten decken die Versorgung einer Vielzahl unterschiedlicher psychiatrischer Erkrankungen ab. Aber auch Spezialisierungen sind keine Seltenheit:  Die Standorte der St. Augustinus Gruppe führen neben der Allgemeinpsychiatrie fachspezifische Abteilungen, die psychosomatische und gerontopsychiatrischen Krankheitsbilder behandeln.

Unsere Fachabteilungen im Überblick

Psychiatrische Therapie in der Allgemeinpsychiatrie

Allgemeinpsychiatrie

Die Allgemeinpsychiatrie befasst sich mit den psychischen Erkrankungen und Störungen im Erwachsenenalter. Zu den typischen psychiatrischen Krankheitsbildern, die Psychiater und Psychotherapeuten hier behandeln, gehören unter anderem Depressionen, Angststörungen, Burnout, Psychosen, Traumatisierung sowie psychosomatische Erkrankungen.

Die Therapie in der Allgemeinpsychiatrie wird individuell auf die Patientinnen und Patienten abgestimmt und kann je nach Bedarf stationär, tagesklinisch oder in der Institutsambulanz durchgeführt werden.

Psychosomatik – ein Teilgebiet der Psychiatrie

Psychosomatik

Die St. Augustinus Gruppe zählt auch ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychosomatik, Neurologie und Psychotherapie zu ihren Standorten. Dort liegt der Schwerpunkt in der Therapie von Krankheiten, die zwischen dem psychiatrischem und somatischen Bereich angesiedelt sind.

Die Psychosomatik versteht den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Liegen körperliche Störungen vor, berücksichtigt sie geistig-seelische sowie soziale Ursachen für das Verständnis der Erkrankung und deren Heilung. Klassische psychosomatische Diagnosen sind chronische Schmerzsyndrome und bestimmte Formen von Depressionen, Angst- oder Essstörungen.

Für die Versorgung dieser Form von psychischer Erkrankung können Patientinnen und Patienten auf ein hochkompetentes interdisziplinäres Team aus Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie und psychologischen Therapeutinnen und Therapeuten der Psychotherapie sowie Ergotherapie vertrauen.

Gerontopsychiatrie – ein Spezialgebiet der Psychiatrie

Gerontopsychiatrie

Die Gerontopsychiatrie beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen älterer Menschen. Gerontopsychiatrische Krankheiten können im Laufe des Lebens vor dem Hintergrund körperlicher Leiden entstehen, in frühere Lebensabschnitte zurückreichen oder neu entstehen.

Klassische psychiatrische Krankheitsbilder im Alter sind Demenzen und Altersdepressionen, sie treten relativ häufig auf. Je nach Diagnose und Behandlung der Patientinnen und Patienten kann die Therapie in einer psychiatrischen Tagesklinik, ambulant oder stationär erfolgen.

Kliniken und Krankenhäuser der St. Augustinus Gruppe mit Schwerpunkt Psychiatrie

Wir beantworten Ihre Fragen zum Fachbereich Psychiatrie

FAQ

Wann sollte man in eine psychiatrische Klinik?

Wann eine Patientin oder ein Patient stationär in ein Klinikum eingewiesen wird, hängt von der individuellen Situation und Diagnose ab. Bei leichten psychischen Erkrankungen ist meist eine ambulante Psychotherapie ausreichend. Handelt es sich um einen schwereren Verlauf, z. B. eine schwere Depression mit Suizidgedanken, empfehlen wir den stationären Aufenthalt mit einem Behandlungsplatz in einem psychiatrischen Klinikum.

Welche Erkrankungen werden in einer psychiatrischen Klinik behandelt?

Gängige psychische Erkrankungen, die eine Psychiaterin oder ein Psychiater behandelt, sind:

  • Depressionen
  • Bipolare Störungen
  • Borderline-Syndrom
  • Burnout
  • Schizophrenie
  • Psychosen
  • Angst- und Panikstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Essstörungen

Wie lange bleibt man in der Regel in der Psychiatrie?

Wie lange eine Patientin oder Patient in der psychiatrischen Fachklinik bleibt, hängt von ihrer oder seiner persönlichen Diagnose ab. Durchschnittlich beträgt die Aufenthaltsdauer ca. sechs Wochen. Danach erfolgt in den meisten Fällen eine ambulante Weiterbetreuung.

Vertrauen Sie unseren Experten

Fachliche Expertise