Krankheitsbild Arthrose

Arthrose: Symptome, Ursachen und Behandlung

Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen, die viele Menschen betrifft. Doch was ist Arthrose überhaupt? Per Definition ist Arthrose ein fortschreitender Gelenkverschleiß, der häufig in der Hüfte oder im Knie auftritt. Dieser wird durch einen Knorpelschaden verursacht. Die Knorpelschicht geht verloren, sodass der unter dem Knorpel liegende Knochen einer vermehrten Belastung ausgesetzt ist. Eine Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, die Schmerzen und Beschwerden lindern und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern. Im Frühstadium kann eine Arthrose ohne Medikamente beispielsweise mit Bewegung durch Krankengymnastik behandelt werden. Zudem kann eine medikamentöse Therapie Entzündungen hemmen und die Beschwerden lindern. Je nach Schwere der Arthrose bietet Ihnen der Fachbereich Orthopädie der St. Augustinus Gruppe unterschiedliche Operationsmöglichkeiten, bei denen entweder lose Gelenkknorpel entfernt, Gelenkprothesen eingebaut oder Gelenke versteift werden, um Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. Sie entsteht, wenn der schützende Knorpel an den Enden der Knochen nach und nach abnutzt. Dieser Zustand kann zu Schmerzen, Gelenksteifigkeit und anderen Symptomen in den betroffenen Gelenken führen. Frauen und Männer können gleichermaßen betroffen sein, wobei der Risikofaktor mit zunehmendem Alter steigt.

Unsere Gelenke ermöglichen Bewegung und sind deshalb für unsere Mobilität von zentraler Bedeutung. Sie bestehen aus zwei Knochen, die durch Gelenkknorpel abgedeckt sind. Der Gelenkknorpel hat die Aufgabe, die Knochen zu schützen und den Gelenken eine reibungslose Bewegung zu ermöglichen. Laut Definition bedeutet Arthrose Gelenkverschleiß, der meist mit einer Abnutzung der Knorpelschicht beginnt. Im Verlauf der Erkrankung kann der Knorpelschaden so stark sein, dass die Knochen direkt aneinander reiben und zu Beschwerden führen. Diese Reibung kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch Entzündungen in den Gelenken, wie etwa in Knien oder der Hüfte, hervorrufen und die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen einschränken. Auf lange Sicht kann unbehandelte Arthrose zur Gelenkdeformität und weiteren gesundheitlichen Komplikationen und Belastungen führen.

Eine Patientin bei der Physiotherapie, um ihre Arthrose zu behandeln.

Ursachen und Risikofaktoren für Arthrose

Arthrose ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus unterschiedlichen Faktoren, die sowohl genetisch bedingt als auch durch äußere Einflüsse verursacht sein können. Bei der Frage, wie Arthrose entsteht, spielen der natürliche Alterungsprozess und das Fortschreiten einer übermäßigen Belastung der Gelenke eine wichtige Rolle. Zunächst tritt der Knorpelschaden auf einer kleinen Gelenkfläche auf, bis erste Verdichtungen des Knochens auftreten und die Bewegungsfähigkeit einschränken. Im Spätstadium der Arthrose kommen Schmerzen hinzu, da der Knorpel meist schwer abgenutzt ist und die Gelenksteifigkeit nimmt auf Grund der dichteren und härteren Knochenstruktur zu.

Faktoren wie Übergewicht und Adipositas erhöhen den Druck auf die Gelenke, insbesondere auf die der Hüfte und Knie, und können somit zu Entwicklung von Arthrose beitragen. Entzündungen, Fehlstellungen der Knochen oder vorherige Gelenkerkrankungen und -verletzungen, beispielsweise durch Sportunfälle, erhöhen ebenfalls das Risiko für eine Entwicklung von Arthrose in den betroffenen Gelenken. Einige Patientinnen und Patienten können auch aufgrund genetischer Faktoren für einen Gelenkverschleiß prädisponiert sein, was bedeutet, dass in ihrer Familie häufiger Arthrose vorkommt. Andere mögliche Risikofaktoren sind Erkrankungen wie Rheuma, Osteoporose oder Stoffwechselstörungen, die den Gelenkknorpel und dessen Gelenkflüssigkeit beeinträchtigen können. Es ist entscheidend, diese Faktoren frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls entgegenzuwirken, um die Symptome und Beschwerden von Arthrose möglichst gering zu halten und eine unbeschwerte Bewegung genießen zu können.

Ein Patient trainiert in der Physiotherapie, um Arthrose Schmerzen zu lindern.

Diagnostik bei Arthrose

Die frühzeitige und genaue Diagnose einer Arthrose ist entscheidend, um den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen und entsprechende Behandlungsstrategien zu entwickeln. Doch wie stellt man Arthrose fest? Zunächst findet in der Regel ein ausführliches Gespräch zwischen der Ärztin oder dem Arzt und den Patientinnen und Patienten statt, in dem die genauen Beschwerden und mögliche Risikofaktoren erörtert werden. Die körperliche Untersuchung der betroffenen Gelenke, ihrer Belastung und möglicher Knorpelschäden gibt bereits erste Hinweise darauf, ob sich der Patient oder die Patientin noch im Frühstadium befindet oder das Fortschreiten der Erkrankung zu erkennen ist. Dies erkennt man am Knorpel, der normalerweise mit Gelenkflüssigkeit versorgt, um richtig zu funktionieren.

Sind die Gelenkflächen jedoch nicht mit einer ausreichenden Schicht an Knorpel bedeckt, ist dies ein Anzeichen auf Arthrose. Hierbei wird insbesondere auf Schwellungen, Rötungen und eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit bzw. Gelenksteifigkeit geachtet, die bei Arthrose meist mit Schmerzen und weiterem Bewegungsmangel einhergehen. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder Ultraschall sind zentrale Instrumente, um den Grad des Gelenkverschleißes, mögliche Schäden am Gelenkknorpel und der Knorpelschicht sowie eventuelle Fehlstellungen der Knochen sichtbar zu machen. Laboruntersuchungen können hinzugezogen werden, um Entzündungen zu erkennen oder andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome wie Arthrose verursachen, auszuschließen. Die Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und technischen Untersuchungsmethoden ermöglicht eine umfassende und genaue Diagnostik der Gelenkerkrankung, um den Patientinnen und Patienten die bestmögliche Therapie und Behandlung bei Arthrose zukommen zu lassen.

Therapeutische Ansätze bei Arthrose

Ärzte besprechen die Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose.

Die Behandlungen bei Arthrose zielen darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Die Wahl der Therapie für Arthrose hängt vom Stadium der Erkrankung, dem betroffenen Gelenk und den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ab. Da ein zerstörter Knorpel nicht wieder aufgebaut werden kann, liegt der Ansatz der Behandlung von Arthrose darin, den vorhandenen Knorpel zu erhalten. Im Falle einer Arthrose ist also eine frühzeitige Diagnostik und das Erkennen der Entzündung entscheidend dafür, welche Therapie gewählt werden kann. Im Frühstadium ist Bewegung wichtig, um den Gelenkverschleiß und das Fortschreiten der Gelenkerkrankung zu verlangsamen. Hier kann Arthrose sowohl ohne als auch mit Medikamenten behandelt werden. Sind die Beschwerden stark und die Arthrose bereits fortgeschritten, können unterschiedliche operative Verfahren eingesetzt werden, die beispielsweise Fehlstellungen und somit die Belastung auf die Knochen beseitigen können. Hierbei sichert eine interdisziplinäre Betreuung durch Ärztinnen und Ärzte einen umfassenden Therapieerfolg.

Konservative Therapie bei Arthrose

Was man gegen Arthrose tun kann, hängt vom betroffenen Gelenk sowie dem Zustand des jeweiligen Knorpels ab. Zunächst sollte man Arthrose frühzeitig erkennen, um das Fortschreiten weitestgehend zu bremsen. Bevor invasive Verfahren in Erwägung gezogen werden, steht im Frühstadium die konservative Therapie und die Vorbeugung der weiteren Entwicklung von Arthrose im Vordergrund. Eines der Hauptziele der konservativen Therapie ist es, Schmerzen zu reduzieren, den Gelenkverschleiß durch viel Bewegung zu minimieren und die Gelenkfunktion ohne operative Eingriffe zu erhalten. Zudem soll der Knorpelschaden möglichst gering gehalten werden. Was außerdem bei Arthrose hilft, sind Schmerzmittel (Analgetika) und entzündungshemmende Medikamente (NSAR) zur Schmerzkontrolle und zur Reduzierung der jeweiligen Entzündung. Bei Arthrose können zudem Injektionen wie Hyaluronsäure oder Kortikosteroide direkt in das betroffene Gelenk wie Hüfte oder Knie gegeben werden, um Schmerzen, Schwellungen und weitere Beschwerden zu reduzieren. Alternative Behandlungsmethoden dieser Erkrankung wie Akupunktur, Chiropraktik und manuelle Therapie werden ebenfalls zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit eingesetzt. Die konservative Therapie setzt außerdem auf patientenspezifische Schulungen, um den Patientinnen und Patienten Übungen und Selbstmanagement-Strategien zur Schmerzbewältigung dieser Gelenkerkrankung sowie die Vermeidung von Belastung der jeweiligen Knochen und Gelenke beizubringen.

Arthrose operieren

Wenn konservative Therapien bei der Gelenkerkrankung nicht mehr ausreichen oder die Gelenkfunktion beispielsweise durch Bewegungsmangel und einen Rückgang des Knorpels stark eingeschränkt ist, kann eine Arthrose-OP in Erwägung gezogen werden. Die Auswahl des geeigneten chirurgischen Verfahrens hängt vom Schweregrad der Arthrose, dessen Ursachen wie etwa Fehlstellungen, der betroffenen Stelle und den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ab. Ein häufiger chirurgischer Eingriff bei Arthrose ist die Endoprothetik, bei der das beschädigte Gelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt wird. Hüft- und Kniegelenksersatz sind dabei besonders verbreitet. Arthroskopische Verfahren können bei leichteren Fällen von Arthrose angewendet werden, um beschädigtes Gewebe in den Gelenkflächen und der Knorpelschicht zu entfernen oder Gelenke zu stabilisieren, sodass diese durch ihre eigene Gelenkflüssigkeit und dem jeweiligen Gelenkknorpel weiter funktionsfähig bleiben. Hierbei wird der Knorpelschaden ersichtlich und kann auf schonende Weise behandelt werden. Osteotomien, bei denen Knochen neu ausgerichtet oder umgestaltet werden, können helfen, die Belastung von beschädigten Bereichen zu nehmen und die Gelenkfunktion zu verbessern. Patientinnen und Patienten, die nicht für die Operation der Arthrose und einen vollständigen Gelenkersatz in Frage kommen, gibt es auch die Möglichkeit der Teilprothesen oder Gelenkversteifungen. Gelenksteifigkeit beseitigt den Schmerz und bietet nur eine minimale Einschränkung im Alltag. Nach einem operativen Eingriff sind eine umfassende postoperative Betreuung und Rehabilitation essenziell, um die bestmögliche Gelenkfunktion und Lebensqualität zu gewährleisten, Entzündungen entgegenzuwirken und ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Physiotherapie und Bewegungstherapie bei Arthrose

Physiotherapie und Bewegungstherapie spielen eine zentrale Rolle in der nicht-operativen Behandlung von Arthrose und zielen darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Gelenkfunktion zu verbessern, die Erkrankung verlangsamen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten durch den Ausgleich von Bewegungsmangel zu erhöhen. Durch Bewegung, gezielte Übungen und Techniken können Physiotherapeutinnen und -therapeuten dem Fortschreiten von Arthrose vorbeugen, die Muskelkraft um die betroffenen Gelenke stärken, die Gelenkbeweglichkeit fördern und die Koordination verbessern. Was zudem bei Arthrose hilft, ist Bewegungstherapie. Dieser Behandlungsansatz, oft in Form von geführten Übungsprogrammen, zielt darauf ab, die allgemeine Fitness und Ausdauer der Betroffenen zu steigern, dadurch die Belastbarkeit der Gelenke zu erhöhen, die Gelenksteifigkeit zu bekämpfen und so Beschwerden zu lindern. Manuelle Therapie bei Arthrose, bei der gezielte Handgriffe und Mobilisationstechniken angewendet werden, kann außerdem helfen, Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren und die Bewegungsfähigkeit zu verbessern. Was man zusätzlich gegen Arthrose tun kann, ist eine Behandlung mit Hydrotherapie, bei der Übungen im Wasser durchgeführt werden. Die Therapie nutzt den Auftrieb des Wassers, um die Belastung der Gelenke und ihrer Knorpel zu verringern, diese zu entlasten und gleichzeitig den Widerstand zur Kräftigung der Muskulatur zu nutzen.

Kliniken und Krankenhäuser der St. Augustinus Gruppe mit dem Spezialgebiet orthopädische Ambulanz

Wir beantworten Ihre Fragen zum Krankheitsbild Arthrose

FAQ

Wie entsteht Arthrose?

Arthrose entsteht durch den fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels, der normalerweise als Puffer zwischen den Knochen wirkt. Dieser Abnutzungsprozess kann durch Überbelastung, Verletzungen oder altersbedingte Veränderungen beschleunigt werden. Mit der Zeit kann der Knorpel so stark abgenutzt werden, dass die Knochen direkt aufeinander reiben, was Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht.

Welche Gelenke sind am häufigsten von Arthrose betroffen?

Die am häufigsten von Arthrose betroffenen Gelenke sind die Kniegelenke (Gonarthrose), Hüftgelenke (Coxarthrose) und die kleinen Fingergelenke. Auch das Schulter- und das Großzehengrundgelenk können betroffen sein. Generell kann Arthrose jedoch in jedem Gelenk des Körpers auftreten.

Welcher Arzt ist der richtige bei Arthrose oder Arthritis?

Bei Beschwerden, die auf Arthrose oder Arthritis hindeuten, ist zunächst ein Besuch bei der Hausärztin oder beim Hausarzt sinnvoll. Abhängig von den Symptomen können sie an eine Fachabteilung für Orthopädie (bei Arthrose) oder einen Rheumatologen (bei Arthritis) überweisen. Beide Fachabteilungen sind spezialisiert auf die Diagnose und Behandlung von Gelenkerkrankungen.

Wie kann man Beschwerden bei Arthrose lindern?

Arthrose-Beschwerden können durch regelmäßige Physiotherapie, Gewichtsreduktion und den Einsatz von schmerzlindernden Medikamenten erleichtert werden. Zusätzlich können gezielte Bewegungsübungen und das Vermeiden von übermäßiger Gelenkbelastung helfen, die Symptome zu reduzieren und die Gelenkfunktion zu erhalten.

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