Eine Angststörung ist eine anerkannte psychische Erkrankung, bei der die Angst ihre natürliche Schutzfunktion verliert. Angst ist zunächst eine überlebenswichtige Reaktion. Sie versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, schärft die Sinne und bereitet auf Kampf oder Flucht vor. Von einer Angststörung sprechen Fachleute erst dann, wenn die Angst in eigentlich ungefährlichen Situationen auftritt, unverhältnismäßig stark ausfällt, über längere Zeit anhält und die Lebensqualität spürbar einschränkt. Diese übersteigerte Furcht ist für Außenstehende oft schwer nachzuvollziehen – für Betroffene ist sie sehr real.
Typisch ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf. Aus der Angst vor konkreten Situationen wird häufig eine „Angst vor der Angst“, die sogenannte Erwartungsangst. Viele Betroffene beginnen, angstauslösende Orte oder Tätigkeiten zu meiden. Dieses Vermeidungsverhalten nimmt die Anspannung kurzfristig, verstärkt die Angst auf Dauer aber und führt oft dazu, dass sich Menschen immer weiter aus dem Alltag zurückziehen.
Ebenso zählt die Unterscheidung von anderen psychischen Erkrankungen dazu. Angststörungen treten zum Beispiel häufig gemeinsam mit einer Depression auf, sind aber ein eigenständiges Krankheitsbild mit eigener Behandlung.