Psychiatrische Institutsambulanz

Psychiatrische Behandlung in der Institutsambulanz

Die psychiatrische Institutsambulanz (PIA) ist eine zentrale Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder akuten Krisen. Ziel der psychiatrischen ambulanten Behandlung ist es, eine stationäre Aufnahme zu vermeiden oder zu verkürzen. Die psychische Ambulanz richtet sich an Personen, die eine verlässliche und wohnortnahe Versorgung benötigen.

In der psychiatrischen Ambulanz betreut ein multiprofessionelles Team Patientinnen und Patienten. Neben Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten arbeiten Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie, Psychosomatik und Pflegekräfte, Sozialarbeitende sowie therapeutisches Fachpersonal eng zusammen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der psychiatrischen Institutsambulanz der Kliniken und Krankenhäuser der St. Augustinus Gruppe erhalten Patientinnen und Patienten ein individuell mit ihnen und auf sie abgestimmtes ganzheitliches Therapiekonzept.

Was ist eine psychiatrische Institutsambulanz?

Die psychiatrische Institutsambulanz (PIA) ist eine besondere Form der psychiatrischen Ambulanz und Teil des Behandlungsangebots von psychiatrischen Fachkliniken oder entsprechenden Abteilungen in Krankenhäusern. Sie verbindet fachärztliche psychiatrische Versorgung mit einer ambulanten Behandlung. Ziel ist es, Menschen mit schweren oder chronischen psychischen Erkrankungen langfristig ambulant zu begleiten und stationäre Aufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen.

Zielgruppen der psychiatrischen Institutsambulanz

Die PIA richtet sich an Menschen:

  • mit schweren oder lang andauernden psychischen Erkrankungen, etwa nach wiederholten stationären Aufenthalten oder bei komplexem Unterstützungsbedarf
  • deren Behandlung in der vertragsärztlichen Versorgung nicht ausreicht, z. B. bei häufigen Krisen oder instabilen Lebensumständen
  • in akuten psychischen Krisen, die eine engmaschige ambulante Begleitung erfordern

Teamstruktur und Versorgung in der PIA

Das multiprofessionelle Team der psychiatrischen Institutsambulanz besteht aus:

  • Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
  • Psychologinnen und Psychologen, die Diagnostik und Gesprächstherapien übernehmen
  • Pflegekräften mit psychiatrischer Zusatzqualifikation
  • Sozialarbeit, die bei Alltagsfragen und Versorgung unterstützt
  • therapeutischem Fachpersonal, z. B. für kreative oder körperbezogene Therapien
Eine therapeutische Mitarbeiterin im Gespräch mit einer Patientin der psychiatrischen Institutsambulanz.

Diese Erkrankungen werden in der psychiatrischen Ambulanz behandelt

In der psychiatrischen Institutsambulanz der St. Augustinus Gruppe werden Menschen mit schweren, chronischen oder wiederkehrenden psychischen Erkrankungen ambulant behandelt. Ziel ist es, eine umfassende Versorgung durch ein multiprofessionelles Team sicherzustellen, angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten.

Schizophrenie

Schizophrenie gehört zu den schweren psychischen Erkrankungen. Sie kann mit veränderten Gedanken, Wahrnehmungen und Verhaltensweisen einhergehen. Betroffene Menschen erhalten in der psychiatrischen Institutsambulanz nach stationären Aufenthalten oft eine begleitende ambulante Therapie.

Bipolare Störung

Diese psychische Erkrankung ist durch extreme Stimmungsschwankungen zwischen manischen und depressiven Phasen gekennzeichnet. In der psychiatrischen Institutsambulanz erfolgt die Behandlung einer bipolaren Störung in der Regel ambulant, auch über längere Zeiträume hinweg.

Burnout

Burnout beschreibt einen Zustand tiefer körperlicher und emotionaler Erschöpfung, der durch langanhaltende Überforderung entstehen kann. Diese Form der Belastung frühzeitig erkannt und im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts in der PIA begleitet werden.

Angststörungen

Menschen mit Angststörungen erleben intensive Ängste, die in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Situation stehen. Dazu zählen etwa Panikattacken, soziale Ängste oder ausgeprägte Phobien. In der psychiatrischen Institutsambulanz werden Betroffene dabei unterstützt, mit den Symptomen im Alltag besser umzugehen.

Depressionen

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie äußern sich durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen oder auch körperliche Beschwerden. Häufig ist die Lebensqualität stark eingeschränkt. Ambulante Angebote der psychiatrischen Institutsambulanz helfen dabei, depressive Symptome zu behandeln und den Alltag wieder aktiver zu gestalten.

Borderline

Emotionale Instabilität, impulsives Verhalten und ein gestörtes Selbstbild gehören zu den typischen Merkmalen dieser psychischen Erkrankung. Die psychiatrische Institutsambulanz bietet Menschen mit einer Borderline-Störung ambulante Unterstützung dabei, destruktive Muster zu erkennen und neue Formen der Selbstregulation zu entwickeln.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

PTBS entsteht häufig als verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis, etwa durch Gewalt, Unfälle oder andere traumatische Erfahrungen. Typische Symptome sind Flashbacks, Albträume, emotionale Abstumpfung oder das Vermeiden bestimmter Situationen. Eine stationäre Behandlung ist dabei nicht immer notwendig: Auch im Rahmen der psychiatrischen Institutsambulanz kann eine ambulante Therapie wirkungsvoll unterstützen.

Psychosen

Bei dieser Art der psychischen Störung nehmen Patientinnen und Patienten die Realität verändert wahr, meist ist der Zustand vorübergehend. Psychosen äußern sich z. B. durch Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Eine ambulante psychiatrische Behandlung in der Institutsambulanz kann helfen, die Wahrnehmung zu stabilisieren und Rückfälle frühzeitig zu erkennen.

So läuft die Behandlung innerhalb der psychiatrische Institutsambulanz ab

Auch im Rahmen einer ambulanten psychiatrischen Behandlung erhalten Patientinnen und Patienten eine umfassende Begleitung bei psychischen Erkrankungen. Die psychiatrische Institutsambulanz verbindet dabei medizinische, therapeutische und psychosoziale Angebote. Ziel ist es, Symptome zu lindern, Rückfälle zu vermeiden und langfristig mehr Lebensqualität im Alltag zu ermöglichen. Das multiprofessionelle Team arbeitet eng zusammen und stimmt alle Maßnahmen individuell auf die jeweilige Lebenssituation ab.

Behandlungsbausteine der psychiatrischen Institutsambulanz:

  • Diagnostik und Einschätzung: Fachärztinnen, Fachärzte sowie Psychologinnen und Psychologen führen eine umfassende psychiatrische und psychologische Diagnostik durch, als Grundlage für die weitere Behandlung.
  • Individuelle Therapieplanung: Auf Basis der Diagnostik wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt, orientiert an Symptomen, Lebenslage und persönlichen Zielen.
  • Medikamentöse Behandlung: Wenn notwendig, erfolgt eine gezielte medikamentöse Therapie. Die Einstellung, Dosierung und Wirkung werden regelmäßig überwacht und angepasst.
  • Einzel- und Gruppentherapie: Therapeutische Gespräche finden in Einzel- oder Gruppensettings statt. Sie fördern den Austausch, stärken die Selbstwahrnehmung und helfen, neue Strategien im Umgang mit Belastungen zu entwickeln.
  • Begleitende psychologische Gespräche: In psychologischen Beratungsgesprächen in der Institutsambulanz geht es um die Verarbeitung des Erlebten, um Orientierung und emotionale Stabilisierung im Alltag.
  • Kreative und körperorientierte Therapien: Angebote wie Ergotherapie, Musiktherapie oder Sport- und Bewegungstherapie unterstützen den therapeutischen Prozess auf körperlicher und emotionaler Ebene.
Patientinnen und Patienten einer Gesprächsgruppe in der psychiatrischen Institutsambulanz.

Ihr Kontakt zu uns

Die Patientinnen und Patienten von Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe können bei Bedarf die psychiatrischen Institutsambulanzen der Klinik Königshof sowie des Alexius/Josef Krankenhauses besuchen. An beiden Standorten vertrauen Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen oder Störungen sowie deren Angehörige auf eine umfangreiche ambulante Behandlung und Betreuung.

Ambulantes Zentrum

Alexius/Josef Krankenhaus

02131 529 25100
ambulanteszentrum-ajk@ak-neuss.de

Stefanie Marciniak

Praxismanagerin

Klinik Königshof

02151 823 35002
M 0162 3019523
s.marciniak@ak-neuss.de

Welche psychiatrischen Ambulanzen gibt es?

In einer PIA sind unterschiedliche Ambulanzen der Psychiatrie gebündelt. Je nach Art der psychischen Erkrankung finden Betroffene Unterstützung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der allgemeinpsychiatrischen Ambulanz, der gerontopsychiatrischen Ambulanz, der Suchtambulanz sowie der Traumaambulanz oder der Privatambulanz.

Spielzeuge in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der psychiatrischen Institutsambulanz.

Ambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Ambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie ist für die Behandlung von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen zuständig. Sie umfasst multiprofessionelle Teams mit Ärztinnen und Ärzten der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. -psychotherapie, Psychologinnen und Psychologen, Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Heilpädagoginnen und Heilpädagogen und medizinischen Fachangestellten.

Das Hauptaugenmerk der fachkundigen Teams liegt darin, Auffälligkeiten und Störungen bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen und einzuordnen. Nach einer erfolgreichen Diagnose erhalten die jungen Patientinnen und Patienten ein individuell am Störungsbild orientiertes Behandlungskonzept.

Eine Gesprächsgruppe in der psychiatrischen Institutsambulanz.

Allgemeinpsychiatrische Ambulanz

In der allgemeinpsychiatrischen Ambulanz werden Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ambulant behandelt. Häufig liegen chronische oder wiederkehrende Verläufe vor.
Ein multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, Pflegekräften, Sozialarbeitenden und medizinischen Fachangestellten betreut die Patientinnen und Patienten. In einigen psychiatrischen Ambulanzen besteht die Möglichkeit zu mehrsprachigen Sprechstunden, etwa in Türkisch, Russisch, Persisch oder Italienisch.

Spielerische Therapie in der Gerontopsychiatrie in der psychiatrischen Institutsambulanz.

Gerontopsychiatrische Ambulanz

In der gerontopsychiatrischen Ambulanz, die zur psychiatrischen Institutsambulanz gehört, erhalten Patientinnen und Patienten ab 55 Jahren eine ambulante psychiatrische Behandlung bei psychischen Erkrankungen. Ein Schwerpunkt liegt auf chronischen oder wiederkehrenden Verläufen.

Das Leistungsangebot dieser psychiatrischen Ambulanz umfasst Beratung, Diagnostik und Therapie. Bei Bedarf sind auch stationäre oder teilstationäre Aufnahmen möglich, ebenso wie Hausbesuche bei Personen, die die PIA aufgrund einer körperlichen oder psychischen Einschränkung nicht selbstständig aufsuchen können.

Eine Patientin bei der Therapie in der psychiatrischen Institutsambulanz.

Privatambulanz

In unserer Privatambulanz innerhalb der psychiatrischen Institutsambulanz bieten wir privat krankenversicherten Patientinnen und Patienten eine umfassende ambulante psychiatrische Behandlung. Sie profitieren von einem multiprofessionellen Team und einem Therapieangebot, das sich an aktuellen medizinischen Standards orientiert. Die Privatambulanz vereint individuelle Betreuung mit einem besonders komfortablen Umfeld. Auf Wunsch oder bei medizinischer Notwendigkeit sind auch stationäre Aufenthalte in unseren psychiatrischen Einrichtungen möglich.

Substitution im Rahmen der Suchtambulanz in der psychiatrischen Institutsambulanz.

Suchtambulanz

In der Suchtambulanz der psychiatrischen Institutsambulanz bieten wir eine ambulante psychiatrische Behandlung für Menschen mit Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Suchtmitteln. Ziel ist es, psychische Stabilität zu fördern und gemeinsam Schritte in Richtung Abstinenz zu entwickeln.

Unsere Patientinnen und Patienten lernen, ihre Erkrankung besser zu verstehen, eine geregelte Tagesstruktur aufzubauen und soziale Beziehungen zu stärken. Darüber hinaus ist bei uns auch eine Substitutionsbehandlung für Menschen mit einer Opiatabhängigkeit möglich.

Traumaambulanz in der PIA

Traumaambulanz

In der Traumaambulanz behandeln wir Patientinnen und Patienten, die traumatisierende Gewalt- oder Unfallerfahrungen erlebt und dadurch eine psychische Erkrankung entwickelt haben. Ein erfahrenes Team aus Fachärztinnen und Fachärzten sowie therapeutischem Fachpersonal bietet psychiatrische und psychologische Unterstützung zur Verarbeitung dieser Erlebnisse.

Das Behandlungsangebot umfasst die Diagnostik, die Frühintervention sowie die Akutbehandlung psychischer Traumafolgen. Darüber hinaus arbeitet die Traumaambulanz eng mit dem regionalen Netzwerk „Opferhilfe“, den Opferschutzbeauftragten der Kriminalpolizei, dem Weißen Ring, dem Versorgungsamt und weiteren Stellen zusammen.

Kliniken und Krankenhäuser der St. Augustinus Gruppe mit dem Spezialgebiet psychiatrische Institutsambulanz

Wir beantworten Ihre Fragen zum Spezialgebiet der psychiatrischen Ambulanz

FAQ

Was ist ein psychiatrischer Notfall?

Ein psychiatrischer Notfall ist eine akute Situation, in der eine sofortige Behandlung notwendig ist, um eine Gefahr für die betroffene Person oder andere abzuwenden. Der Auslöser kann eine neu aufgetretene psychische Erkrankung sein oder eine plötzliche Verschlechterung einer bestehenden Diagnose.

Typische Anzeichen für einen psychiatrischen Notfall sind:

  • konkrete Suizidabsichten oder akute Suizidgefahr
  • starke Verwirrtheit oder Desorientierung
  • Halluzinationen (z. B. Stimmenhören oder visuelle Wahrnehmungsstörungen)
  • extreme Angstzustände oder Panikreaktionen
  • ausgeprägte Unruhe oder psychomotorische Erregung
  • aggressive oder potenziell fremdgefährdende Verhaltensweisen
  • Stupor oder fehlende Reaktionsfähigkeit

Brauche ich eine Überweisung für die ambulante psychiatrische Behandlung?

Für eine ambulante psychiatrische Behandlung in der psychiatrischen Institutsambulanz ist in der Regel eine Überweisung erforderlich, z. B. durch die Hausärztin oder den Hausarzt, eine psychiatrische Facharztpraxis oder eine Klinik. Diese Überweisung dient der medizinischen Einordnung und Koordination innerhalb der spezialisierten Versorgung. Privat krankenversicherte Patientinnen und Patienten sollten sich direkt bei der jeweiligen Ambulanz innerhalb der PIA erkundigen, ob und welche Unterlagen benötigt werden.

Muss ich bestimmte Kriterien für die Behandlung in der psychiatrischen Ambulanz erfüllen?

Für die Aufnahme in die psychiatrische Institutsambulanz gelten bestimmte fachliche Voraussetzungen. In der Regel sollten zwei der folgenden Kriterien erfüllt sein, damit eine ambulante psychiatrische Behandlung in der PIA erfolgen kann:

  • Es liegt eine ärztlich diagnostizierte psychische Erkrankung vor.
  • Es besteht eine akute psychische Krise, bei der ohne Behandlung ein stationärer Aufenthalt notwendig wäre.
  • Die Erkrankung besteht seit mindestens sechs Monaten oder tritt wiederholt auf (rezidiv).

Die Einschätzung erfolgt individuell durch das Team der psychiatrischen Ambulanz, in Rücksprache mit Fachärztinnen und Fachärzten oder Hausärztinnen und Hausärzten.

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