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Portrait von Christoph Stuchly

Physiotherapie mal anders

Physiotherapie, das bedeutet Nähe zum Menschen und sehr viel Körperkontakt. Doch was für die Arbeit der Therapeuten essenziell ist, wird in Corona-Zeiten zum Tabu. Vor entsprechend großen Herausforderungen sieht sich deshalb die Akademie für Physiotherapie in Mönchengladbach. Dort wurde der ganz normale Schulalltag vor zwei Wochen auf den Kopf gestellt. Weiter geht es trotzdem – jetzt eben online. Wie das geht, erklärt Leiter Christoph Stuchly.

Unterricht per Videokonferenz geplant
„Zugegeben, unser Beruf ist stark praxisorientiert, aber es gibt eben auch genug Theorie, die unsere Schüler jetzt wunderbar aufarbeiten können“, erzählt der Schulleiter. Per E-Mail erhalten die Azubis jeden Tag Aufgaben, die vom Lehrpersonal entwickelt und korrigiert werden. So setzen die angehenden Physiotherapeuten beispielsweise Behandlungspläne auf oder erweitern ihr Wissen in Fächern wie Anatomie oder Physiologie. „Das funktioniert fürs Erste, und die Stimmung unter unseren Schülern ist noch gut. Dennoch ist der Wunsch nach direktem Kontakt groß“, berichtet Stuchly. Deshalb brachte die Akademie im Eiltempo ein weiteres Tool auf den Weg, das kommende Woche erstmals eingesetzt werden soll. Mit Hilfe eines Webdienstes soll Unterricht per Videokonferenz stattfinden, die Schüler können dabei live ihre Fragen einbringen. „Das Schöne ist, dass dafür lediglich ein Smartphone notwendig ist, das unter unseren Schülern jeder besitzt“, erklärt Stuchly. Mit diesem Tool werden übrigens auch die neuen Auszubildenden begrüßt, die heute (1.4.) starten. Dennoch hofft der Schulleiter, dass es bei einer Übergangslösung bleibt. „Mit dieser Technik können wir ein paar Wochen überwinden. Es wäre aber schön, wenn der ganz normale Schulalltag bald wieder vor Ort stattfinden könnte“, sagt Stuchly. Und ab Herbst erwartet die angehenden Physiotherapeuten schon die nächste Neuerung – diesmal aber im positiven Sinne. Denn nicht nur das Schulgeld für die Auszubildenden entfällt ab Oktober, sie bekommen auch noch eine Vergütung: Im ersten Ausbildungsjahr sind das stolze 1.015 Euro, im zweiten 1.075 und im letzten 1.172 Euro. Eine tolle Entwicklung, nachdem das Land NRW erst im Jahr 2018 mit einem Zuschuss von 70 Prozent den Einstieg in die Schulgeldfreiheit geschaffen hatte.