Die narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS): Definition, Symptome und Therapien

Was ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung?

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) ist eine psychische Krankheit, die unter anderem durch ein übersteigertes Bedürfnis nach Bewunderung, einen Mangel an Empathie und eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Selbstwerts gekennzeichnet ist. Betroffene Menschen haben häufig Schwierigkeiten, zwischen ihren eigenen Bedürfnissen und den Gefühlen anderer zu differenzieren. Das kann zu zwischenmenschlichen Problemen und einer gestörten Wahrnehmung von Beziehungen führen.
In diesem Ratgeber werden wir die Merkmale einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung näher erläutern. Außerdem erklären wir Ihnen, wie die Diagnose gestellt wird und welche Therapiemöglichkeiten es für narzisstische Personen gibt.

Definition: Was ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung?

Die psychische Krankheit NPS zeichnet sich bei betroffenen Personen durch eine tiefgreifende Störung des Selbstwertgefühls und der Selbstwahrnehmung aus. Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung haben im Unterschied zu Menschen mit narzisstischen Zügen eine tief verwurzelte Störung, die zwischenmenschliche Beziehungen und das gesamte Leben der betroffenen Personen prägt. Krankhafte Narzisstinnen und Narzissten zeigen häufig ein konstantes Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung und haben oft Schwierigkeiten, ihre eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.

Laut einer Überprüfung von fünf epidemiologischen Studien liegt die mittlere Prävalenz der narzisstischen Persönlichkeitsstörung bei etwa 1,6 % der Bevölkerung. Zudem tritt NPS häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Die Kriterien des ICD-10 (F60.8) geben die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung vor.

In der 10. Revision der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem ICD-10, wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung unter F60.8 geführt, also unter der Kategorie „Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen“.

Welche Arten von Narzissmus gibt es?

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung kann in unterschiedlichen Formen auftreten und variiert in ihrer Ausprägung. Je nach Subtyp können sich die Auswirkungen auf das Verhalten und das soziale Leben der betroffenen Personen unterscheiden. Oft zeigt sich die Störung in einem stark ausgeprägten Selbstbild, das nach außen hin übermäßig selbstbewusst erscheint, während innere Unsicherheiten bestehen.

Merkmale und Symptome von Narzissmus sind je nach Ausprägung unterschiedlich.

Grandios-maligne Ausprägung des Narzissmus

Merkmale einer grandios-malignen Ausprägung von Narzissmus sind ein übersteigertes Gefühl der eigenen Überlegenheit und der Glaube, zu außergewöhnlichen Leistungen berufen zu sein. Diese stark verzerrte Selbstwahrnehmung führt dazu, dass sich Narzisstinnen und Narzissten mit dieser Ausprägung der Persönlichkeitsstörung häufig für übermächtig halten. Wenn ihre Überzeugung infrage gestellt wird, beispielsweise durch das Fehlen der ersehnten Anerkennung, reagieren sie oft mit starken Gefühlen von Wut oder sogar aggressivem Verhalten. In extremen Fällen kann dieser Narzissmus zu gewalttätigen Ausbrüchen führen.

Vulnerabel-fragile Ausprägung des Narzissmus

Bei der vulnerabel-fragilen Ausprägung des krankhaften Narzissmus zeigen sich die narzisstischen Persönlichkeitsmerkmale in einer Form, die dem klassischen Stereotyp der narzisstischen Persönlichkeitsstörung entspricht. Personen mit dieser Ausprägung reagieren in der Regel besonders empfindlich auf Kritik und Misserfolge. Sie nehmen solche Erfahrungen oft sehr persönlich und reagieren auf ihr Scheitern häufig mit übermäßiger Scham und intensiven Ängsten

Um Situationen zu vermeiden, in denen ihr Selbstwert gefährdet werden könnte, zeigen sie sich nicht selten übermäßig bescheiden, selbstkritisch oder meiden soziale Interaktionen. Ihre Fantasien von Überlegenheit und Größe hegen sie dabei eher im Verborgenen. Ein weiteres Kriterium für diese Art des Narzissmus ist oft die fehlende Nachvollziehbarkeit von Gefühlen und Bedürfnissen anderer Menschen, was zu zwischenmenschlichen Schwierigkeiten führen kann.

Exhibitionistische Ausprägung des Narzissmus

Eine Person mit einer exhibitionistischen Ausprägung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung zeichnet sich durch ein offenes zur Schau stellen der eigenen Überlegenheit aus. Betroffene Personen streben häufig danach, ihre Selbstwahrnehmung nach außen zu projizieren und suchen ständig nach Bewunderung und Aufmerksamkeit. 

Im Umgang mit anderen Menschen zeigen sie sich oft gefühllos und distanziert, was ihre zwischenmenschlichen Beziehungen belasten kann. Anzeichen von Unsicherheit oder Ängstlichkeit verbergen sie meist, um ihr selbstbewusstes Bild nach außen aufrechtzuerhalten. Ihr Verhalten in der Öffentlichkeit dient diesen krankhaften Narzisstinnen und Narzissten vor allem dazu, ihre Dominanz zu betonen und sich als überlegen darzustellen.

Weitere Differenzierungen im Narzissmus

Viele Fachleute unterscheiden in ihrer Analyse von Narzissmus und NPS nicht nur nach den verschiedenen Ausprägungen, sondern auch nach Geschlechtern. Es gibt Hinweise darauf, dass sich narzisstische Persönlichkeitsmerkmale bei Männern und Frauen unterschiedlich manifestieren können. Der aktuelle Stand der Forschung unterscheidet wie folgt: 

  • Narzissten neigen häufig zu einer ausgeprägten Suche nach Macht, Dominanz und Anerkennung in öffentlichen oder beruflichen Kontexten. 
  • Narzisstinnen agieren oft stärker in zwischenmenschlichen Beziehungen, wobei ihr Narzissmus sich eher in der Suche nach Bewunderung durch ihr Aussehen oder ihre soziale Stellung äußern kann. 

Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede können das Verhalten und die Art und Weise, wie Narzissmus wahrgenommen wird, beeinflussen und sind ein weiterer Aspekt, den Fachleute bei der Diagnose und Behandlung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung berücksichtigen.

Ätiologie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung: Wodurch entsteht Narzissmus?

Die Grafik zeigt eine Ärztin, die einer Patientin Merkmale von Narzissmus erklärt.

Die Entstehung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung kann nach aktuellen Forschungserkenntnissen sowohl genetische als auch Umweltfaktoren umfassen. Genetische Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die zu Narzissmus führen können, vererbt werden. Gleichermaßen können die frühe Erziehung und die sozialen Erfahrungen im jungen Alter das Entstehen eines instabilen Selbstwertgefühls beeinflussen, das oft im Zentrum der narzisstischen Persönlichkeitsstörung steht.

Vermutete Ursachen für die Entwicklung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung umfassen:

  • Erziehung und elterliche Fürsorge: Ein Mangel an Bestätigung kann das Selbstwertgefühl eines Kindes nachhaltig beeinträchtigen und zur Entstehung einer Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Anteilen führen. Andererseits kann das Kind auch durch übermäßiges Lob einen krankhaften Narzissmus entwickeln, wenn es seinen Selbstwert ausschließlich von äußerer Bestätigung abhängig macht.
  • Fehlerhafte soziale Lernprozesse: Narzissmus kann durch Störungen in den sozialen Lernvorgängen während der Kindheit begünstigt werden. Ein fehlerhaftes Modell für soziale Interaktionen, insbesondere durch negative Erlebnisse oder unzureichende Vorbilder, kann zu einem gestörten Selbstbild und narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen führen.
  • Elterliche Instrumentalisierung: Wenn Eltern das Kind als Mittel zur Erfüllung ihrer eigenen Bedürfnisse benutzen, ohne die emotionalen Bedürfnisse des Kindes zu berücksichtigen, kann das zu einer gestörten Wahrnehmung des eigenen Selbstwertes und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung führen.
  • Negative Erfahrungen und Problematik bei Feedback: Wiederholte negative Erfahrungen in sozialen Interaktionen und eine problematische Rückmeldung können das Selbstbild nachhaltig negativ beeinflussen und das Heranwachsen zu einer narzisstischen Person begünstigen.
  • Traumata: Traumatische Erlebnisse in der Kindheit, die zu Bindungs- und Mentalisierungsstörungen führen, können ebenfalls einen Beitrag zur Entstehung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leisten.

Was sind Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung?

Die Symptome der NPS können sich je nach Ausprägung des Narzissmus in ihrer Intensität und Form unterscheiden. Eine gemeinsame Grundlage bei allen krankhaften Narzisstinnen und Narzissten bleibt die gestörte Wahrnehmung ihrer eigenen Person im Vergleich zu anderen Menschen.

Im Folgenden sind Symptome aufgelistet, an der Sie eine narzisstische Persönlichkeit erkennen können:

  • Ein starkes Gefühl der eigenen Überlegenheit bestimmt häufig die narzisstische Persönlichkeit. Häufig ist dieses Selbstbild unbegründet und unrealistisch.
  • Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung beschäftigen sich oft mit unrealistischen Vorstellungen von Prestige, Einfluss, idealer Liebe oder außergewöhnlicher Schönheit.
  • Der Glaube, dass man einzigartig ist, ist eine typische Eigenschaft der Krankheit NPS, die auch Auswirkungen auf das Verhalten haben kann. Narzissmus führt dann beispielsweise dazu, dass der soziale Austausch auf Menschen mit hohem Status begrenzt ist.
  • Ein weiteres Merkmal einer narzisstischen Persönlichkeit ist nicht selten das tiefe Verlangen nach Anerkennung und Bestätigung von anderen. Narzisstische Personen sind dementsprechend häufig empfindlich gegenüber Kritik.
  • Krankhafte Narzisstinnen und Narzissten sind häufig neidisch auf andere Menschen oder haben das Gefühl, dass andere Personen neidisch auf sie sind.
  • Die narzisstische Persönlichkeit führt dazu, dass Betroffene ein starkes Gefühl des Anspruchs haben und verlangen, dass ihre Erwartungen, Bedürfnisse und Wünsche immer erfüllt werden.
  • Menschen, die von einer Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Anteilen betroffen sind, nutzen oft andere Menschen aus, um ihre eigenen Ziele zu erreichen.
  • Krankhafte Narzisstinnen und Narzissten sind unfähig oder unwillig, sich in die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen einzufühlen.
  • Narzisstinnen und Narzissten mit krankhafter Persönlichkeitsstörung sind häufig überheblich und arrogant, was sich in der Art und Weise widerspiegelt, wie sie mit anderen interagieren.

Modell der doppelten Selbstwertregulation

Ein Modell, das das Verständnis der Eigenschaften von Personen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung vertieft, ist das „Modell der doppelten Selbstwertregulation“. Es beschreibt, dass Narzisstinnen und Narzissten sowohl einen grandiosen als auch einen besonders verletzlichen Selbstanteil besitzen. 

Wenn der verletzliche Teil durch negative Erlebnisse, Scham oder Einsamkeit aktiviert wird, kompensieren sie diese bedrohlichen Gefühle oft durch Selbstidealisierung und das Abwerten anderer. Dieser Mechanismus führt dazu, dass gesunde Bedürfnisse nach Zugehörigkeit oder Geborgenheit unterdrückt werden. Dadurch kann es Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung schwerfallen, gesunde, stabile und langfristige Beziehungen zu führen.

Diagnose der narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Das Klassifikationssystem der American Psychiatric Association (DSM-5) legt Kriterien einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung fest. Laut DSM-5 müssen mindestens fünf der im Kapitel „Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung“ aufgelisteten Merkmale für die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeit erfüllt sein. Zudem müssen die Symptome für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Zügen in der Regel bereits im frühen Erwachsenenalter beginnen und über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen.

Differenzialdiagnosen zur narzisstischen Persönlichkeit

Die Diagnose der narzisstischen Persönlichkeitsstörung erfordert eine Abgrenzung von anderen psychischen Störungen und Krankheiten, die ähnliche Symptome aufweisen können. Die verbreitetsten Differenzialdiagnosen zur NPS umfassen:

Histrionische Persönlichkeitsstörung (HPS):

Kriterien, die sich für HPS und Narzissmus überschneiden, betreffen vor allem das starke Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, theatralischem Verhalten und eine emotionale Oberflächlichkeit. Jedoch steht bei NPS die Suche nach Bewunderung und Macht im Vordergrund, während bei HPS das Hauptziel die Aufmerksamkeit und emotionale Dramatik ist.

Antisoziale Persönlichkeitsstörung (ASPS):

Mangelnde Empathie, Ausnutzung anderer und Missachtung sozialer Normen und Regeln sind Merkmale einer antisozialen und narzisstischen Persönlichkeit. Bei NPS geht es vordergründig um das Streben nach idealisierter Bewunderung, während ASPS durch rücksichtsloses Verhalten geprägt ist.

Bipolare Störung:

In der manischen Phase kann es bei einer bipolaren Störung und bei Narzissmus zu übertriebenem Verhalten kommen. Bei NPS ist das grandiose Verhalten stabil und tief verwurzelt, wohingegen bei Bipolarität die Grandiosität in Stimmungsschwankungen eingebettet ist und abrupt enden kann.

Depressionen und Angststörungen:

Diese Störungen können ebenso wie NPS mit Gefühlen der Wertlosigkeit und innerer Leere einhergehen. Narzisstische Persönlichkeiten kaschieren ihre selbstwertdefizitären Gefühle häufig mit Überheblichkeit, während bei Depressionen die Symptome in erster Linie Niedergeschlagenheit betreffen.

Therapeutinnen und Therapeuten berücksichtigen bei der Diagnose auch die Möglichkeit von Komorbiditäten, also von zusätzlichen, eigenständigen Krankheiten oder Störungen, die gleichzeitig zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung auftreten können. Diese Komorbiditäten erschweren nicht nur das Erkennen einer narzisstischen Persönlichkeit, sondern können auch die Behandlung beeinflussen.

Behandlung und Therapie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung haben häufig keine Motivation, sich einer Psychotherapie zu unterziehen, solange ihr Selbstbild nicht in Gefahr ist. In vielen Fällen beginnt die Therapie von NLP erst, wenn die Patientin oder der Patient in eine narzisstische Krise gerät, die durch Probleme in einer Beziehung, innere Leere, depressive Verstimmungen oder Suizidalität ausgelöst wird.

In der Therapie wird oft ein großer Fokus auf die Verbesserung der Interaktionsfähigkeit und der Fähigkeit zu Empathie der Patientin oder des Patienten gelegt. Therapeutinnen und Therapeuten nutzen dabei häufig folgende Ansätze:

Psychodynamische Psychotherapie:

Therapeutinnen und Therapeuten gehen auf die tiefsitzenden inneren Konflikte und die gestörte Wahrnehmung des Selbst und anderer ein. Diese Psychotherapie zielt darauf ab, das Selbstwertgefühl zu stabilisieren und zu fördern.

Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT):

 Dieser Ansatz der Therapie unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, ein besseres Verständnis für ihre eigenen Gefühle und die ihrer Mitmenschen zu entwickeln.

Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP):

In dieser Form der Therapie wird die Übertragung von Gefühlen auf die Therapeutin oder den Therapeuten genutzt, um unbewusste Konflikte zu erkennen und zu bearbeiten. Der Fokus liegt auf der Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Interaktionsfähigkeit.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT):

Diese Therapie kann Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, ein besseres Verhalten in sozialen Interaktionen zu entwickeln und ihr Bedürfnis nach übermäßiger Bewunderung und Anerkennung zu steuern.

Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT):

DBT wurde ursprünglich für Borderline-Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Therapeutinnen und Therapeuten setzen diesen Ansatz aber auch zunehmend bei Narzissmus ein. Er konzentriert sich auf das Erlernen von Emotionsregulation und die Entwicklung gesunder Bewältigungsmechanismen.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung in den Kliniken der St. Augustinus Gruppe behandeln lassen

Die Behandlung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung erfordert eine ganzheitliche Herangehensweise, die sowohl die komplexen psychischen Bedürfnisse der Betroffenen als auch mögliche Begleiterkrankungen berücksichtigt. In den Kliniken der St. Augustinus Gruppe wird eine individuelle Therapieplanung durch ein interdisziplinäres Expertenteam gewährleistet, das Fachleute aus den Bereichen Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie umfasst. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es, nicht nur die Symptome von krankhaftem Narzissmus, sondern auch zusätzliche Erkrankungen wie beispielsweise Angststörungen gezielt zu behandeln.

Nach einer ausführlichen Diagnose und der umfassenden Beurteilung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung wird für jede Patientin und jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Der Schwerpunkt liegt dabei häufig auf der Verbesserung der Empathiefähigkeit und der sozialen Interaktion, um langfristig die zwischenmenschlichen Beziehungen der Patientinnen und Patienten zu stabilisieren und ihre Lebensqualität zu steigern.

Das Team der Psychiatrie unterstützt Betroffene in der Behandlung ihrer narzisstischen Persönlichkeitsstörung.

Kliniken der St. Augustinus Gruppe mit Schwerpunkt Psychiatrie

Wir beantworten Ihre Fragen zum Thema narzisstische Persönlichkeitsstörung

Was ist der Unterschied zwischen Narzissmus und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung?

Der Hauptunterschied zwischen Narzissmus und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung liegt in der Intensität und dem Einfluss auf das Leben der betroffenen Person. 

Narzissmus kann als ein breites Persönlichkeitsmerkmal betrachtet werden, das in unterschiedlichem Maße bei nahezu jedem Menschen vorhanden ist. Es umfasst das Streben nach Selbstwert und das Bedürfnis nach Anerkennung. Jeder Mensch hat in gewissem Maße den Wunsch, sich geschätzt zu fühlen und sein Selbstwertgefühl zu steigern.

Im Gegensatz dazu ist die narzisstische Persönlichkeitsstörung eine schwere psychische Erkrankung, bei der diese Merkmale in extremer Form ausgeprägt sind. Menschen mit NPS erleben ein stark verzerrtes Selbstbild, das oft mit Grandiosität und einem Mangel an Empathie einhergeht. Ihr Selbstwertgefühl ist instabil und stark abhängig von der ständigen Bewunderung anderer. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung beeinträchtigt das tägliche Leben erheblich, insbesondere in sozialen und beruflichen Beziehungen.

Wie erkenne ich, ob ich von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung betroffen bin?

Ob Sie von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung betroffen sind, lässt sich an bestimmten Verhaltensmustern und inneren Zuständen erkennen:

  • Größenwahn und ein übersteigertes Anspruchsdenken, bei dem Sie glauben, außergewöhnliche Fähigkeiten oder ein besonderer Status zu haben
  • ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung von anderen, um das Selbstwertgefühl aufrechtzuerhalten
  • mangelnde Empathie für die Gefühle und Bedürfnisse anderer, was zu Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen führen kann
  • Ausbeutung anderer, um eigene Ziele zu erreichen, ohne Rücksicht auf die Auswirkungen auf andere
  • eine extreme Empfindlichkeit gegenüber Kritik, die zu Wut oder Abwehr führt
  • hinter einer Fassade von Grandiosität versteckt sich oft eine tief empfundene innere Leere

Wenn Sie diese typischen Eigenschaften einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung bei sich erkennen und diese Verhaltensmuster wiederholt auftreten, könnte das ein Hinweis auf NPS sein. Eine genaue Diagnose kann jedoch nur von Psychotherapeutinnen bzw. Psychotherapeuten gestellt werden. Wenn Sie sich in diesen Merkmalen wiedererkennen, ist der erste Schritt, professionelle Hilfe zu suchen.

Welche Auswirkungen kann eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben?

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat weitreichende Auswirkungen auf das Selbstbild, Beziehungen und den Alltag der betroffenen Person:

  • Beziehungen: Aufgrund von Ausbeutung, mangelnder Empathie und hohen Anforderungen an die Partnerin oder den Partner kommt es oft zu instabilen Beziehungen. Das Bedürfnis nach ständiger Bewunderung und die Angst vor Ablehnung können zu Konflikten und Isolation führen.
  • Selbstbild und Emotionen: Das Selbstwertgefühl schwankt stark zwischen Grandiosität und Minderwertigkeitsgefühlen, was zu Kritikempfindlichkeit, Wut und Perfektionismus führt.
  • Beruf und Alltag: NPS kann zu Konflikten am Arbeitsplatz und einer mangelnden Work-Life-Balance führen, da die betroffene Person hohe Anforderungen an sich selbst und andere stellt und oft ihre persönlichen Beziehungen zugunsten des beruflichen Erfolgs vernachlässigt.

Für das Umfeld der Betroffenen sind die Auswirkungen ebenfalls oft stark spürbar. Sie werden von dem manipulativen Verhalten, der emotionalen Belastung und der wiederholten Enttäuschung durch den krankhaften Narzissmus beeinflusst.

Das sagen unsere Expertinnen und Experten zum Thema narzisstische Persönlichkeitsstörung

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