Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin)

Symptome, Behandlung und Prognose der Erkrankung des lymphatischen Systems

Die Diagnose einer bösartigen Erkrankung des Lymphsystems verändert das Leben von Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen grundlegend. Ein Hodgkin-Lymphom, in der Fachsprache auch als Morbus Hodgkin bezeichnet, betrifft das körpereigene Abwehrsystem. Diese Form der Erkrankung zeigt sich meist durch charakteristische Veränderungen an den Lymphknoten. Die bohnengroßen Organe sitzen als biologische Filterstationen an Hals, Achseln oder Leiste. Sie reinigen die Gewebeflüssigkeit und beherbergen wichtige Abwehrzellen. Beim Hodgkin-Lymphom verändern sich Zellen innerhalb dieser Stationen bösartig.

Dieser Ratgeber bietet Ihnen eine Übersicht über typische Symptome bei Morbus Hodgkin und die notwendigen Schritte der Untersuchung. Wir erläutern die verschiedenen Stadien der Erkrankung sowie die modernen Möglichkeiten der Therapie. Zudem erfahren Sie mehr über die Prognose eines Hodgkin-Lymphoms und wie Sie die Expertinnen und Experten der St. Augustinus Gruppe auf Ihrem Weg begleiten können.

Was ist ein Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin)?

Das Hodgkin-Lymphom oder Morbus Hodgkin ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Es handelt sich dabei um eine Form von Lymphknotenkrebs, bei der das körpereigene Netzwerk aus Gefäßen und Organen seine schützende Funktion verliert.

Die Krankheit des Hodgkin-Lymphoms entsteht, wenn sich bestimmte weiße Blutkörperchen, die sogenannten Lymphozyten, verändern. Diese entarteten Zellen beginnen sich unkontrolliert zu teilen und verdrängen gesundes Gewebe. Ein charakteristisches Merkmal von Morbus Hodgkin, das Medizinerinnen und Mediziner bei einer Untersuchung unter dem Mikroskop feststellen können, sind die sogenannten Reed-Sternberg-Zellen. Sie locken durch die Ausschüttung von Botenstoffen massenhaft gesunde Abwehrzellen in den Lymphknoten an. Es entsteht eine Art Entzündungsreaktion, die das Gewebe massiv vergrößert. Da dieser Prozess oft schmerzlos verläuft, wird die Krankheit von Patientinnen und Patienten häufig erst spät bemerkt.

Häufigkeit eines Hodgkin-Lymphoms in Deutschland

Statistisch gesehen ist das Hodgkin-Lymphom eine eher seltene Krankheit. In Deutschland sind jährlich etwa drei von 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern von der Erkrankung betroffen. Dennoch ist die Aufmerksamkeit für dieses Krankheitsbild hoch, da das Hodgkin-Lymphom mit rund zehn Prozent eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen darstellt.

Auffällig ist dabei die Altersverteilung: Die Erkrankung tritt gehäuft in zwei Lebensphasen auf. Ein erster Gipfel zeigt sich bei Patientinnen und Patienten um das 32. Lebensjahr. Ein zweiter Anstieg der Fallzahlen ist später, etwa um das 60. Lebensjahr herum, zu beobachten.

Ursachen und Risikofaktoren bei Morbus Hodgkin

Bisher konnte die Medizin die genauen Auslöser für die Entstehung bösartiger Veränderungen an den Lymphknoten noch nicht abschließend klären. Es gibt keine einzelne Ursache, die direkt zur Erkrankung führt. Vielmehr gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass ein Zusammenspiel aus verschiedenen biologischen Einflüssen und äußeren Faktoren das Risiko für ein Hodgkin-Lymphom erhöhen kann.

Obwohl die für Morbus Hodgkin verantwortlichen Ursachen im Einzelfall meist unklar bleiben, lassen sich heute bestimmte Risikofaktoren benennen:

Welche Ursachen hat das Hodgkin-Syndrom?

Virale Infektion

Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Viren die Entstehung die Krankheit beeinflussen, indem sie die genetische Stabilität der Lymphozyten stören. Das Risiko für ein Hodgkin-Lymphom soll insbesondere durch Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), das das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst, sowie mit dem Hepatitis-B-Virus ansteigen.

Immunsystem

Ein geschwächtes Abwehrsystem gilt als Risikofaktor für die Erkrankung. Ursächlich hierfür können chronische Infektionen wie HIV/AIDS, angeborene Immundefektsyndrome oder eine Behandlung mit immunsupprimierenden Medikamenten sein.

Genetische Faktoren

Zwar ist die Erkrankung nicht im klassischen Sinne erblich, es lässt sich jedoch eine leichte familiäre Häufung beobachten. Wenn enge Verwandte bereits an Morbus Hodgkin erkrankt waren, ist das statistische Risiko für Familienmitglieder geringfügig erhöht.

Lebensstil und Umwelt

Bestimmte äußere Einflüsse können das Risiko für ein Hodgkin-Lymphom und den damit verbundenen Krebs erhöhen. Dazu können langjähriges Rauchen sowie der regelmäßige Kontakt zu bestimmten Schadstoffen, wie etwa Pestiziden oder chemischen Holzschutzmitteln, zählen.

Symptome: Wie äußert sich Morbus Hodgkin?

Ein Hodgkin-Lymphom kündigt sich oft schleichend an, wenn die entarteten Lymphozyten das Gewebe der Lymphknoten anschwellen lassen. Da viele Anzeichen von Morbus Hodgkin auch bei gewöhnlichen Infektionen, beispielsweise mit Grippeviren, auftreten können, bleibt die Erkrankung zu Beginn häufig unbemerkt. Es gibt jedoch spezifische körperliche Veränderungen, die als Warnsignale für Morbus Hodgkin gedeutet werden sollten.

Häufige Symptome bei Morbus Hodgkin

Die ersten Anzeichen treten meist dort auf, wo das lymphatische System besonders aktiv ist. Achten Sie auf folgende Veränderungen:

  • Schmerzlose Lymphknotenschwellungen: Charakteristisch für die Krankheit eines Hodgkin-Lymphoms ist eine tastbare, oft gummiartige Schwellung am Hals, über dem Schlüsselbein oder in der Achselhöhle. Im Gegensatz zu Infektionen, bei denen Schwellungen meist druckempfindlich sind und nach kurzer Zeit abklingen, bleibt die Vergrößerung hier schmerzlos über mehrere Wochen bestehen.
  • Körperliche Abgeschlagenheit: Betroffene beschreiben häufig eine ausgeprägte Müdigkeit, einen anhaltenden Leistungsabfall und ein allgemeines Schwächegefühl.
  • Juckreiz: Ein störender Juckreiz am ganzen Körper kann ein früher Hinweis auf das Hodgkin-Syndrom sein.
  • Alkoholschmerz: Ein seltenes, aber sehr spezifisches Merkmal sind Schmerzen in den betroffenen Lymphknoten kurz nach dem Konsum von Alkohol.
  • Atemwege: Sind Lymphknoten im Brustraum vergrößert, kann dies zu Reizhusten oder Atemnot führen.
  • Bauchraum: Schwellungen im Bereich der Milz oder Leber können Druckgefühle oder Schmerzen im Oberbauch verursachen.

B-Symptome bei einem Hodgkin-Lymphom

Zusätzlich zu den genannten Beschwerden gibt es drei spezifische Symptome, die Medizinerinnen und Mediziner als B-Symptomatik zusammenfassen. Sie beeinflussen die spätere Einteilung der Krankheit in Stadien und die Wahl der Therapie. Zu den klassischen B-Symptomen bei Morbus Hodgkin zählen:

  • Nachtschweiß: Hierbei tritt übermäßiges Schwitzen während der Nacht auf, das oft einen Wechsel der Kleidung oder des Bettzeugs erforderlich macht.
  • Fieber: Es zeigen sich häufig anhaltende oder schubweise Körpertemperaturen von über 38 °C, für die es keine erkennbare Infektion als Ursache gibt.
  • Gewichtsverlust: Ein deutliches Warnsignal für die Erkrankung ist der ungewollte Verlust von mehr als zehn Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten.

Sollten Sie eine oder mehrere dieser Veränderungen über einen längeren Zeitraum an sich beobachten, ist eine zeitnahe Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt sinnvoll. Eine frühzeitige Diagnose und der rechtzeitige Beginn einer gezielten Behandlung ermöglichen eine gute Prognose bei einem Hodgkin-Lymphom.

Diagnose: Wie stellen Ärztinnen und Ärzte ein Hodgkin-Lymphom fest?

Wie wird ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert?

Besteht aufgrund der körperlichen Anzeichen der Verdacht auf ein Hodgkin-Lymphom, ist eine schnelle und präzise Abklärung ausschlaggebend, um die Heilungschancen zu maximieren und die passende Therapie einzuleiten. Durch umfassende Untersuchungen lässt sich die Erkrankung von infektbedingten Schwellungen abgrenzen und das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung reduzieren. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, um die Diagnose zu stellen:

Anamnese und körperliche Untersuchung

Im ersten Gespräch werden die Krankheitsgeschichte und mögliche Symptome von Morbus Hodgkin erfasst. Anschließend tastet die Ärztin oder der Arzt in der Regel die Lymphknoten sowie Milz und Leber ab. Da diese Organe Teil des Lymphsystems sind oder eng mit ihm zusammenarbeiten, liefert ihre Größe Hinweise darauf, ob und wie weit sich die Erkrankung bereits im Körper ausgebreitet hat.

Lymphknotenbiopsie

Die operative Entnahme und anschließende mikroskopische Untersuchung eines verdächtigen Lymphknotens stellen das einzige Verfahren dar, mit dem sich ein Hodgkin-Lymphom zweifelsfrei nachweisen lässt. Hierbei suchen Pathologinnen und Pathologen gezielt nach den charakteristischen Reed-Sternberg-Zellen, um die Erkrankung zu diagnostizieren.

Positronen-Emissions-Tomografie

Diese Kombination aus nuklearmedizinischer Untersuchung und Computertomografie macht stoffwechselaktive Tumorzellen im gesamten Körper sichtbar. Da Krebszellen meist einen deutlich erhöhten Energiestoffwechsel aufweisen, lassen sich so selbst kleinste befallene Areale des Hodgkin-Lymphoms identifizieren.

Computertomografie

Mithilfe von Röntgenstrahlen werden detaillierte Querschnittsbilder von Hals, Brustkorb, Bauch und Becken erstellt, um befallene Regionen exakt zu lokalisieren. Diese Aufnahmen sind für die Planung der Therapie unerlässlich, da sie Aufschluss über die genaue Größe der Tumore und deren Lage zu benachbarten Organen geben.

Ultraschall

Der Ultraschall dient vor allem dazu, oberflächennahe Lymphknotenstationen sowie Organe im Bauchraum schnell und strahlungsfrei zu beurteilen. Dieses Verfahren hilft besonders bei der Untersuchung von Milz und Leber dabei, strukturelle Veränderungen oder Vergrößerungen unkompliziert zu überwachen.

Blutuntersuchungen

Ein großes Blutbild sowie die Bestimmung der Entzündungswerte geben Hinweise auf die Aktivität der Erkrankung, können diese allein jedoch nicht beweisen. Zusätzlich liefern die Blutwerte Informationen über die allgemeine Organfunktion, was die Auswahl der Medikamente beeinflusst.

Knochenmarkbiopsie

Besteht der Verdacht auf ein fortgeschrittenes Stadium oder liefern bildgebende Verfahren keine eindeutigen Ergebnisse, entnimmt die Ärztin oder der Arzt häufig einen kleinen Gewebezylinder sowie etwas Knochenmarksflüssigkeit aus dem Beckenkamm. Diese Untersuchung dient dazu, einen Befall des Knochenmarks durch bösartige Zellen nachzuweisen oder auszuschließen.

Zusätzliche Untersuchungen

Vor Beginn einer Behandlung von Morbus Hodgkin sind oft ein EKG, ein Herz-Ultraschall und Lungenfunktionstests notwendig, um die Belastbarkeit der Organe für die kommende Therapie zu prüfen.

Sobald alle Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen, erfolgt eine Einordnung der Erkrankung in die verschiedenen Stadien. Diese Kategorisierung bildet die Grundlage für die weitere Behandlung, da sie über die Intensität und die Kombination der therapeutischen Maßnahmen entscheidet. Erst durch diese Bewertung lässt sich für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell abgestimmte Therapie festlegen, die die bestmögliche Prognose sichert.

Stadien eines Hodgkin-Lymphoms

Die Ausbreitung der Erkrankung im Körper wird nach der sogenannten Ann-Arbor-Klassifikation eingeteilt. Diese Kategorisierung erfolgt in vier Stadien, je nachdem, wie viele Lymphknotenregionen betroffen sind und ob sich der Befall auf einer oder beiden Seiten des Zwerchfells befindet:

Stadium I

In diesem frühen Stadium ist die Erkrankung lokal begrenzt. Es ist lediglich eine einzelne Lymphknotenregion (z. B. am Hals) oder ein einzelnes Organ außerhalb des lymphatischen Systems betroffen. Da sich die bösartigen Zellen noch nicht weiter im Körper ausgebreitet haben, ist die Intensität der benötigten Therapie in dieser Phase meist vergleichsweise gering.

Stadium II

Hier liegt der Befall in zwei oder mehr Lymphknotenregionen vor. Die ausschlaggebende Grenze ist dabei das Zwerchfell: Alle betroffenen Stellen befinden sich noch auf der gleichen Seite, also entweder nur oberhalb (z. B. Hals und Achsel) oder nur unterhalb des Zwerchfells.

Stadium III

Das Hodgkin-Lymphom hat in diesem Stadium die Barriere des Zwerchfells überschritten. Es sind nun Lymphknotenregionen auf beiden Seiten, also sowohl im Brust- als auch im Bauchraum, betroffen. Häufig ist in diesem Stadium auch die Milz befallen, was eine systemische Behandlung des gesamten Körpers notwendig macht, um alle Krankheitsherde zu erreichen.

Stadium IV

Bei dem fortgeschrittensten Stadium der Erkrankung haben sich die Zellen diffus in einem oder mehreren Organen außerhalb des lymphatischen Systems ausgebreitet, beispielsweise in der Leber, der Lunge oder dem Knochenmark. Auch wenn eine intensivere und längere Therapie erforderlich ist, bleibt das Ziel bei der Behandlung von Morbus Hodgkin auch in Stadium IV die vollständige Heilung.

Ergänzend zur Einteilung in die vier Hauptstadien verwenden Medizinerinnen und Mediziner spezifische Buchstabenkürzel, um das Krankheitsbild noch detaillierter zu charakterisieren. Diese Zusatzbezeichnungen beeinflussen die individuelle Planung der Behandlung, da sie weitere Risikofaktoren und die Ausbreitung des Tumors präzise beschreiben:

  • A/B: Der Buchstabe A steht für das Fehlen, während B das Vorhandensein von B-Symptomen (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust) signalisiert.
  • E (Extranodal): Dieser Zusatz weist darauf hin, dass Gewebe außerhalb des eigentlichen lymphatischen Systems befallen ist.
  • X (Bulk): Ein "Bulk" beschreibt einen besonders großen Tumor mit einem Durchmesser von mehr als 10 Zentimeter oder einer Ausdehnung von mehr als einem Drittel des Brustkorbdurchmessers.

Behandlung und Therapie bei einem Hodgkin-Lymphom

Die medizinische Versorgung ermöglicht heute eine sehr präzise und differenzierte Behandlung von Morbus Hodgkin. Da sich die Therapie eng an der Ausbreitung der Erkrankung orientiert, zielt sie darauf ab, die bösartigen Zellen vollständig zu vernichten und gleichzeitig spätere Folgeschäden so gut wie möglich zu minimieren. Je nach individueller Situation kommen verschiedene Ansätze zum Einsatz, die oft miteinander kombiniert werden:

Wie sieht die Behandlung von Morbus Hodgkin aus?

Chemotherapie

Bei dieser Form der Behandlung kommen Medikamente (Zytostatika) zum Einsatz, die das Wachstum der bösartigen Zellen stoppen oder diese direkt abtöten. Die Verabreichung erfolgt meist in mehreren Zyklen, wobei zwischen den einzelnen Phasen der Chemotherapie bewusste Pausen liegen, in denen der Körper Zeit zur Erholung erhält.

Strahlentherapie

Im Anschluss an eine Chemotherapie wird oft eine gezielte Bestrahlung der betroffenen Lymphknotenregionen durchgeführt. Eine Strahlentherapie dient dazu, verbliebene Tumorzellen endgültig zu vernichten und das Risiko für einen Rückfall zu reduzieren.

Rezidivtherapie

Kehrt die Erkrankung nach einer ersten Phase der Behandlung zurück, kommen Verfahren wie eine Rezidivtherapie zum Einsatz. In diesen Fällen erfolgt häufig eine Chemotherapie, bei der sehr hohe Dosen an Medikamenten verabreicht werden, um auch resistente bösartige Zellen zu vernichten. Da diese intensive Form der Chemotherapie die körpereigene Blutbildung stark beeinträchtigt, ist im Anschluss häufig eine Stammzelltransplantation erforderlich.

Immuntherapie

Bei der Immuntherapie wird das körpereigene Abwehrsystem so unterstützt, dass es die bösartigen Zellen des Hodgkin-Lymphoms selbstständig erkennt und vernichtet. Während eine klassische Chemotherapie alle sich schnell teilenden Zellen angreift, setzt dieser Ansatz spezifischer an den Überlebensmechanismen des Tumors an. Ärztinnen und Ärzte nutzen die Immuntherapie vor allem dann, wenn herkömmliche Verfahren nicht wie gewünscht wirken oder die Erkrankung zurückkehrt

Die Wahl der Medikamente und die Dauer der Behandlung hängen unmittelbar davon ab, in welchem Stadium sich das Hodgkin-Lymphom befindet. Ärztinnen und Ärzte unterscheiden hierbei zwischen:

  • Frühem Stadium: In dieser Phase genügen oft wenige Zyklen einer moderaten Chemotherapie, um die vorhandenen Tumorzellen effektiv zu bekämpfen. Meist folgt eine begrenzte Bestrahlung der betroffenen Regionen, um das Risiko für einen Rückfall in diesem Bereich zu minimieren und eine dauerhafte Inaktivität der Erkrankung zu erreichen.
  • Intermediärem Stadium: In diesem mittleren Bereich des Befalls intensivieren Fachleute die Behandlung, indem sie entweder die Anzahl der Chemotherapie-Zyklen erhöhen oder stärker wirkende Medikamentenkombinationen einsetzen.
  • Fortgeschrittenem Stadium: Bei einer weiten Ausbreitung der Zellen im Körper ist eine längere und intensivere Chemotherapie über mehrere Monate erforderlich, oft ergänzt durch eine abschließende Bestrahlung verbliebener Tumorherde.

Obwohl diese intensiven Maßnahmen bei einem Hodgkin-Lymphom notwendig sind, um den Krebs dauerhaft zu besiegen, bringen sie vorübergehende Belastungen mit sich. Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Haar- und Appetitverlust sowie eine ausgeprägte Müdigkeit treten häufig auf, können sich jedoch durch begleitende Medikamente und eine gute Nachsorge meist deutlich mildern lassen.

Nachsorge und Rehabilitation nach der Behandlung eines Hodgkin-Lymphoms

Nach dem Abschluss der Behandlung von Morbus Hodgkin beginnt eine Phase, die auf zwei Säulen ruht: der medizinischen Nachsorge und der gezielten Rehabilitation. Während die engmaschigen Kontrolluntersuchungen dazu dienen, den dauerhaften Erfolg der Therapie zu sichern, unterstützt die Rehabilitation Betroffene aktiv dabei, körperliche und psychische Folgen der Erkrankung zu bewältigen und die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern.

Nachsorgeuntersuchungen

Um den Gesundheitszustand über viele Jahre stabil zu halten, finden in festgelegten Abständen regelmäßige Kontrollen statt. Diese Termine tragen dazu bei, die körperliche Erholung zu überwachen und mögliche Spätfolgen frühzeitig zu adressieren:

  • Intervalle: Die Nachsorgetermine finden in der ersten Zeit nach Abschluss der Therapie in kurzen, regelmäßigen Abständen statt. Mit zunehmendem zeitlichem Abstand zur Erkrankung und bei unkritischen Befunden können die Intervalle zwischen den Untersuchungen schrittweise vergrößert werden.
  • Inhalte: Die Untersuchungen nach Behandlung des Hodgkin-Syndroms umfassen in der Regel das systematische Abtasten der Lymphknoten, eine Blutuntersuchung sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs.
  • Ziele: Im Fokus der Nachsorgeuntersuchungen stehen die Früherkennung von Rückfällen sowie die Identifikation von sekundären Tumoren. Zudem werden Langzeitfolgen der Chemotherapie oder Bestrahlung überwacht, wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Beeinträchtigungen von Herz und Lunge.
  • Risikofaktoren vermeiden: In Beratungsgesprächen erfahren Betroffene, wie sie ihren Körper im Alltag entlasten können. Vor allem der Verzicht auf das Rauchen ist ausschlaggebend, um die bereits beanspruchte Lunge und das Herz zu schonen. So sinkt das Risiko für gefährliche Spätfolgen oder Zweiterkrankungen, die Jahre nach der Bestrahlung oder Chemotherapie auftreten könnten.

Rehabilitation

Die Rehabilitation setzt dort an, wo die akute medizinische Behandlung endet. Sie bietet einen geschützten Rahmen, um die Belastbarkeit Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Je nach individueller Lebenssituation kann die onkologische Reha entweder ambulant in Wohnortnähe oder stationär in einer spezialisierten Fachklinik durchgeführt werden. Dabei kommen in der Regel folgende Maßnahmen zum Einsatz:

  • Therapeutisches Training: Eine gezielte Bewegungs- und Sporttherapie hilft dabei, die allgemeine Kondition und Muskelkraft nach der Therapie systematisch zu verbessern.
  • Psychologische Unterstützung: Die psychologische Betreuung kann bei der Verarbeitung der Diagnose sowie bei der Bewältigung von Ängsten und chronischer Erschöpfung unterstützen.
  • Ernährung: Eine professionelle Ernährungsberatung kann dabei unterstützen, Ernährungsgewohnheiten so umzustellen, dass der Körper alle wichtigen Nährstoffe erhält. Ziel ist es, nach der Behandlung wieder zu Kräften zu kommen und das Immunsystem langfristig zu stärken.
  • Soziale Hilfe: Expertinnen und Experten beraten zur stufenweisen beruflichen Wiedereingliederung und unterstützen bei sozialrechtlichen Fragen, um den Übergang zurück in den Beruf zu ebnen.

Prognose: Ist ein Hodgkin-Lymphom heilbar?

Das Hodgkin-Lymphom zählt heute zu den am besten behandelbaren Krebserkrankungen im Erwachsenenalter und ist in den meisten Fällen dauerhaft heilbar. Je früher die Diagnose gestellt und die passende Therapie eingeleitet wird, desto günstiger fällt die Prognose bei einem Hodgkin-Lymphom aus. Da moderne Verfahren bösartige Zellen effektiv bekämpfen können, ist es vielen Betroffenen möglich, auch Jahre nach der Behandlung beschwerdefrei zu leben.

Behandlung eines Hodgkin-Lymphoms in den Kliniken der St. Augustinus Gruppe

Umfassende Behandlung von Morbus Hodgkin durch die St. Augustinus Gruppe

Die Behandlung des Hodgkin-Lymphoms folgt in den Kliniken der St. Augustinus Gruppe einem ganzheitlichen Ansatz. Unser Ziel ist es, nicht nur die bösartigen Zellen zu bekämpfen, sondern Patientinnen und Patienten während der gesamten Erkrankung zu begleiten. Dabei arbeiten Expertinnen und Experten der Tumortherapie Hand in Hand, um für jedes Stadium die passende Therapie festzulegen. Durch diesen fachübergreifenden Austausch wird sichergestellt, dass sowohl die Chemotherapie als auch eine eventuell notwendige Strahlentherapie optimal aufeinander abgestimmt sind. Moderne Verfahren wie die Immuntherapie ergänzen dabei das Spektrum der medizinischen Möglichkeiten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt für uns auf der engen Verzahnung von körperlicher Heilung und seelischer Gesundheit. Da eine Krebserkrankung eine enorme psychische Herausforderung darstellt, arbeiten onkologische Abteilungen eng mit Fachbereichen der Psychiatrie zusammen. So erhalten Betroffene eine umfassende Unterstützung, die über die rein körperliche Behandlung hinausgeht.

Auch nach Abschluss der aktiven Therapie bleibt die Betreuung engmaschig. Die Kliniken unterstützen den Übergang in die Nachsorge und die onkologische Rehabilitation. Hier beginnt der körperliche Wiederaufbau oft schon während oder unmittelbar nach der Therapie. Durch Konzepte wie die Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie erhalten Patientinnen und Patienten eine gezielte Unterstützung, um ihre Kraft und Ausdauer nach der Erkrankung systematisch zurückzugewinnen.

Klinik der St. Augustinus Gruppe mit Schwerpunkt Tumortherapie

Das sagen unsere Experten zum Thema Hodgkin-Lymphom

Weitere Informationen zur Tumortherapie

Leukämie: Anzeichen und Behandlung von Blutkrebs

Leukämie

Leukämie ist eine Krebserkrankung, bei der es zu einer unkontrollierten Vermehrung von abnormalen Blutzellen im Knochenmark kommt. Dabei gibt es verschiedene Arten der Erkrankung. Lernen Sie die verschiedenen Krebsarten von Leukämie kennen und welche Behandlung je nach Art und Krebsstadium sinnvoll ist. 

Leukämie

Leberkrebs – was Sie nach der Diagnose tun können

Leberkrebs

Leberkrebs ist eine weitgehend symptomfreie Krebserkrankung. Aufgrund der schlechten Diagnostizierbarkeit zählt er dennoch zu den häufigsten Krebstodesursachen. Erfahren Sie, wie sie die Anzeichen für Leberkrebs erkennen und welche Behandlungen möglich sind. 

Leberkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Anzeichen und Behandlung von Pankreastumoren

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs trifft Betroffene häufig sehr überraschend, denn es handelt sich meist um einen Zufallsbefund. Erfahren Sie, wie sich die Krebserkrankung äußert und welche Möglichkeiten es gibt, den Krebs zu behandeln. 

Bauchspeicheldrüsenkrebs