Die Behandlung einer schizoiden Persönlichkeitsstörung ist ein langfristiger Prozess, der viel Geduld von allen beteiligten Personen erfordern kann. Da für die Betroffenen soziale Distanz oft ein wichtiger Schutzraum ist, sollte eine Therapie niemals unter Zwang oder mit zu hohem Erwartungsdruck erfolgen. Das primäre Ziel ist nicht, aus einer introvertierten Persönlichkeit einen extrovertierten Menschen zu machen. Vielmehr geht es darum, die allgemeine Lebensführung zu verbessern und den Leidensdruck in sozialen Situationen nachhaltig zu senken.
Die therapeutische Beziehung bildet das notwendige Fundament für jede weitere Behandlung. Da betroffene Personen soziale Nähe oft als belastend empfinden, sollte der Kontakt zu Therapeutinnen oder Therapeuten stabil, aber gleichzeitig distanzwahrend gestaltet sein. Ein respektvoller Umgang mit dem Autonomiebedürfnis der betroffenen Personen erleichtert es, eine tragfähige Beziehung aufzubauen. Die Prognose der schizoiden Persönlichkeitsstörung ist dabei individuell sehr unterschiedlich: Während manche Menschen lernen, sich besser im Alltag zu integrieren, bleibt für andere der Rückzug die bevorzugte Lebensform.
Da die schizoide Störung das gesamte Verhalten und Erleben prägt, kombinieren Fachleute oft verschiedene Strategien, um den individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden: